Forstwirtschaft erleben

vom 19.- 22. Juni 2024

in Schwarzenborn / Hessen

Exkursion

Programm 

Die Fachexkursion findet in den umgebenden Wäldern der KWF-Expo statt.

Ansprechpartner:

Andrea Hauck

Tel. +49 (0) 6078/785-63

andrea.hauck@
kwf-online.de

Öffnungszeiten
für Besucher:

19. – 21. Juni 2024
  9 – 18 Uhr

am 22. Juni 2024 findet keine Exkursion mehr statt

Neutral moderierte Praxisdemonstrationen.

Weltweit einmalig!

 
  • Technik-Vorführungen durch neutrale Experten
  • über 30 komplette Arbeitsketten im Praxisbetrieb
  • neue sowie in der Praxis bewährte und erprobte Arbeitsverfahren

Dabei wird moderne und vom KWF geprüfte Forsttechnik im Einsatz gezeigt und komplette Arbeitsketten werden im Echt-Betrieb demonstriert. Es gibt Informationen zu zahlreichen neuen und bewährten Arbeitsverfahren. Der Fokus der Themen liegt dabei auf umweltverträglichem Technikeinsatz, Energieholzgewinnung, Logistikketten und Waldschutz. Neutrale Experten stehen für Diskussionen über Einsatzbedingungen und Kosten zur Verfügung.

Hauck

Exkursionsthema 1

Flächenvorbereitung und Bestandesbegründung

Exkursionsthema 2

Bestandespflege

Exkursionsthema 3

Holzernte

Exkursionsthema 4

Sonderthemen

Exkursion

Programm Punkt 1

Flächenvorbereitung und Bestandesbegründung

Ansprechpartner:

Andrea Hauck

Tel. +49 (0) 6078/785-63

andrea.hauck@
kwf-online.de

Öffnungszeiten
für Besucher:

19. – 21. Juni 2024
  9 – 18 Uhr

am 22. Juni 2024 findet keine Exkursion mehr statt

Punkt 1.1

Flächen- und Bodenvorbereitung mit dem Silvafix in den Niedersächsischen Landesforsten

Niedersächsische Landesforsten Forstsaatgutberatungsstelle (fsb) Oerrel

Punkt 1.2

Gassengebundene Herstellung von Pflanzplätzen/Waldsaaten

Landesbetrieb Forst Brandenburg SB Technik, Wegebau, Arbeitsverfahren

Punkt 1.5

Saattechniken mit fernbedientem Kompaktgeräteträger

Landesbetrieb Forst Brandenburg
SB Technik, Wegebau, Arbeitsverfahren

Punkt 1.7

Containervielfalt und mögliche Pflanzverfahren

Kooperation zwischen den Niedersächsischen Landesforsten, Forstsaatgutberatungsstelle (fsb) Oerrel und Schleswig-Holsteinischen Landesforsten.

Exkursion

Programm Punkt 2

Jungwuchs-/Jungbestandespflege

Ansprechpartner:

Andrea Hauck

Tel. +49 (0) 6078/785-63

andrea.hauck@
kwf-online.de

Öffnungszeiten
für Besucher:

19. – 21. Juni 2024
  9 – 18 Uhr

am 22. Juni 2024 findet keine Exkursion mehr statt

Punkt 2.1

Die Niedersächsische Kulturpflegetechnik (NKT)

Niedersächsisches Forstliches Bildungszentrum (NFBz Münchehof)

Punkt 2.2

Die Münchehofer Wertästungstechnik (MWT)

Niedersächsisches Forstliches Bildungszentrum (NFBz Münchehof)

Punkt 2.4

-Waldbau trifft Handwerk- Das hessische Modell in der Jungwuchs- und Jungbestandspflege

HessenForst, Forstamt Weilburg
Forstliches Bildungszentrum

Punkt 2.5

Sicherheit und Schnittleistung diverser Werkzeuge am Freischneider

Staatsbetrieb Sachsenforst; Maschinenstation Königstein

Exkursion

Programm Punkt 3

Holzernte

Ansprechpartner:

Andrea Hauck

Tel. +49 (0) 6078/785-63

andrea.hauck@
kwf-online.de

Öffnungszeiten
für Besucher:

19. – 21. Juni 2024
  9 – 18 Uhr

am 22. Juni 2024 findet keine Exkursion mehr statt

Punkt 3.2 Schadholzarena

Innovationen des Arbeitsschutzes bei der Waldarbeit

Staatsbetrieb Sachsenforst; Maschinenstation Königstein

Punkt 3.3 Schadholzarena

Weg vom Baum - fachgerechter Einsatz von funkferngesteuerten Fällhilfen 

Landesforsten Rheinland-Pfalz Zentralstelle der Forstverwaltung

Punkt 3.4 Schadholzarena

Punkt 3.6

Rindenschlitzen - motormanuelle Entrindung mit Motorsägenanbaugerät

LWF -Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft

Punkt 3.7

Debarking Heads in der Praxis – Nährstoffe - Waldschutz - Logistik

Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

Französische Staatsforsten

Punkt 3.9

Praxisversuche zur forsttechn. Befahrbarkeit des Feinerschießungssystems bei der Holzrückung

Landesbetrieb Forst Brandenburg
SB Technik, Wegebau, Arbeitsverfahren

Punkt 3.10

Rostocker Horizontalseilkranverfahren

Stadtforstamt Rostock

Fa. Baumpflege Wurzelwerk

Michael Mussong

Punkt 3.11

Datenübertragung Büro - Harvester - Forwarder - Büro

Landesbetrieb Forst Brandenburg
SB Technik, Wegebau, Arbeitsverfahren

Punkt 3.13

Von der digitalen Forsteinrichtung zum präzisen Gassenaufschluss mit dem Harvester

Center-Forst GmbH in Kooperation mit Komatsu Forest GmbH

Exkursion

Programm Punkt 4

Sonderthemen

Ansprechpartner:

Andrea Hauck

Tel. +49 (0) 6078/785-63

andrea.hauck@
kwf-online.de

Öffnungszeiten
für Besucher:

19. – 21. Juni 2024
  9 – 18 Uhr

am 22. Juni 2024 findet keine Exkursion mehr statt

Punkt 4.1

Forstlicher Innovationsstandort Thüringen

ThüringenForst & FH Erfurt EF, FFK, Uni Ilmenau

Punkt 4.2

Gasse 3.0: Digitalisierung der Feinerschließung - Projekt Gasse 2.0-3.0

Landeszentrum Wald und Landesforstbetrieb Sachsen-Anhalt, Fraunhofer IFF

Punkt 4.3

Einsatz von Exoskeletten bei forstbetrieblichen Arbeiten

GEFFA in Zusammenarbeit mit der Georg-August-Universität Göttingen,
Fakultät für Forstwissenschaften

Punkt 4.6

Klettersitz als Steuerungsinstrument der Wiederbewaldung

HessenForst, Forstamt Frankenberg-Vöhl

Punkt 4.7

Punkt 4.9

Mit Marteloskopen lehren und lernen

European Forest Institute – EFI Bonn;

ANW Deutschland e.V.;

Wald- und Umweltplanung Leonhardt

Punkt 4.10

Zementgestützte Bodenverfestigung mit dem Zusatzstoff NT BASE

Universität Freiburg, Professur für Forstliche Verfahrenstechnik in Kooperation mit HessenForst-Technik und der Corent AG

Exkursionsthema 1

Flächenvorbereitung und Bestandesbegründung

1.1

Flächen- und Bodenvorbereitung mit dem Silvafix in den Niedersächsischen Landesforsten

Institution:

Niedersächsische Landesforsten Forstsaatgutberatungsstelle (fsb) Oerrel

Erläuterung:

Getreu unserem Motto „von der Holzernte bis zur Kultur(pflege) denken“ stellen wir Ihnen das Arbeitsverfahren zur Flächen- und Bodenvorbereitung mit dem Silvafix vor. Welche Arbeitsvarianten kommen in den Niedersächsischen Landesforsten mit dem Silvafix zur Anwendung und welche Vorteile sind zu erwarten? Dabei wollen wir uns auch mit Ihnen über die aktuellen Herausforderungen im Bereich der Kulturvorbereitung und -pflege austauschen

Unternehmensportrait Niedersächsische Landesforsten

Die Niedersächsischen Landesforsten (NLF) bewirtschaften rund 335.000 Hektar Landeswald nach den Grundsätzen des Regierungsprogrammes zur langfristigen ökologischen Waldentwicklung (LÖWE). Zusätzlich betreuen sie als Dienstleister 77.000 Hektar Wald von Forstgenossenschaften und Kommunen. Darüber hinaus nehmen die NLF im Auftrag des Landes Aufgaben unter anderem in den Bereichen Naturschutz und Umweltbildung wahr. Insgesamt sind ca. 1.300 Mitarbeitende in 24 Forstämtern, dem Niedersächsischen Forstlichen Bildungszentrum, dem Niedersächsischen Forstplanungsamt und der Betriebsleitung tätig. Auf der Fachexkursion präsentieren die Forstsaatgutberatungsstelle Oerrel und das Niedersächsische Forstliche Bildungszentrum Münchehof ihr breites Wissen, innovative Arbeitsverfahren und niedersächsische Entwicklungen im Bereich der Forsttechnik und Waldarbeit.

1.2

Gassengebundene Herstellung von Pflanzplätzen/Waldsaaten

Institution:

Landesbetrieb Forst Brandenburg
SB Technik, Wegebau, Arbeitsverfahren

Der Landesbetrieb Forst Brandenburg (LFB) erfüllt nach dem Landeswaldgesetz zugewiesene forstbehördliche Aufgaben und bewirtschaftet den Wald im Eigentum des Landes Brandenburg. Weitere Aufgaben sind Waldbesitzer zur Waldbewirtschaftung zu beraten und die Aufgaben des Waldschutzes sowie der Waldbrandüberwachung für den Gesamtwald zu erfüllen. Der LFB hat somit ein sehr spezielles Aufgabenportfolio im Bereich  Wald und Forstwirtschaft.

In Wahrnehmung dieser Aufgaben unterhält der LFB eigene Technik und bildet Forstwirte und Geprüfte Forstmaschinenführer aus.

 

http://forst.brandenburg.de

Abbildungen

Bodenverwundung zur Unterstützung von Naturverjüngung, Anlage von Pflanzplätzen, ggf. in Kombination mit mechanisierter Waldsaat auch bei Reisigauflage; vorhandene Verjüngungsansätze werden geschont

Erläuterung:

Besondere Bedingungen erfordern besondere Maßnahmen. Welche Möglichkeiten habe ich, Verjüngung zu unterstützen, wenn flächiges Befahren ausscheidet? Dies kann aus Bodenschutzgründen und nachlaufenden freiwilligen Selbstbeschränkungen so sein, aber auch weil die Verhältnisse (lückige aber übernahmewürdige Verjüngung, Stöcke, Wurzelteller und Kronen nach Windwurf) eine flächige, streifenweise Bearbeitung nicht zulassen.

Im Landesbetrieb Forst Brandenburg wurde vor geraumer Zeit aus einer konkreten Aufgabenstellung heraus in Anlehnung an das Silvafix – Verfahren ein ausgesonderter Harvester mit geringem Aufwand umgebaut. Dieser ist sowohl in der Lage Bodenverwundungen vorzunehmen oder Pflanzplätze herzustellen, als auch im gleichen Zuge mit mechanisierter Flaschensaat mit Saatgut bis zur Stärke von etwa Weißtanne, Waldsaatenanzulegen.

Inzwischen liegen hierzu einige Erfahrungen vor, die dazu berechtigen, dieses Verfahren in den „Werkzeugkasten“ der Walderneuerungsmöglichkeiten aufzunehmen.

1.3

Schneisengebundene Bodenvorarbeiten mit Kettenbagger und Fräsaggregat KEMROC EK-40F

Institution:

Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) Thüringen Forst, Hallesche Str. 20, 99085 Erfurt

 KEMROC Spezialmaschinen GmbH, Ahornstr.6, 36469 Tiefenort, OT Hämbach

Erläuterung:

Ausgangssituation/Verfahrensbeschreibung:

In den Wäldern Thüringens sind durch die Wetterextreme der letzten 6 Jahre riesige Windwurf-, Trocknis- und Borkenkäferschäden entstanden. Die Wiederbewaldung der entstandenen Kahlflächen hat höchste Priorität. Dabei ist der Wassermangel in der Vegetationszeit ein gravierendes Hindernis für den Anwuchs von Forstpflanzen. Mehrwöchige Trockenperioden in den Frühjahrs- und Sommermonaten führen zur teilweisen bis vollständigen Verdunstung der im Oberboden gespeicherten Winterniederschläge und zu massiven Ausfällen in Forstkulturen.

Durch die AöR ThüringenForst wurde deshalb in enger Zusammenarbeit mit der Firma KEMROC/Merkers ein Bodenfräskopf entwickelt, der an jeden handelsüblichen Bagger mit definierter Hydraulikleistung angebaut werden kann. Er fräst 50cm breite und 50cm tiefe Streifen in den Boden und belässt durch seine Konstruktion das aufgelockerte Bodensubstrat auf dem Streifen. Eine flächige Befahrung kann durch den Baggereinsatz effektiv vermieden werden. Der Frässtreifen kann nach einer Setzzeit von 6-8 Wochen bepflanzt werden.

Erläuterung:

Effekt:

Durch die Bodenfräse wird auf den Bearbeitungsstreifen die vorhandene Kapillarstruktur des Oberbodens unterbrochen und der Humus komplett mit dem Mineralboden vermischt. Spätherbst- und Winterniederschläge fließen nicht ab, sondern versickern dort schnell. Im Frühjahr kann auf den vorbereiteten Frässtreifen bzw. -plätzen sehr gut und effektiv gepflanzt werden. Das dort vorhandene Bodenwasser steht den Pflanzen länger zur Verfügung, da es auch bei hohen Lufttemperaturen und geringer Luftfeuchtigkeit (hoher Verdunstungssog!) nicht den Weg an die Oberfläche findet. Die unterbrochene Kapillarstruktur des Bodens regeneriert sich allerdings nach 1,5 – 2 Jahren durch die Aktivität zahlreicher Bodenlebewesen, so dass nur soviel gefräst werden darf, wie später auch gepflanzt werden kann. Unbepflanzte Frässtreifen werden beschleunigt von der Kahlschlagbegleitflora besiedelt.

1.4

Pflanzlogistik mit dem Depotverfahren

Institution:

ForstBW

Erläuterung:

„Vielversprechend und effizient Wiederbewalden: Das Depotverfahren im Profil“

Laufwege minimieren, Pflanzenfrische erhalten und Arbeitsprozesse flexibler gestalten – das Depotverfahren eröffnet neue Potenziale in der Pflanzenlogistik. Um diese effizient und zielführend auf einer Fläche einzusetzen, braucht es jedoch Know-how und geeignete Voraussetzungen.

Auf dem Exkursionspunkt stellt ForstBW das Depotverfahren für interessierte Besucherinnen und Besucher vor. Den Kern bilden substratgefüllte Pflanzsäcke (sog. Big-Bags), in denen Pflanzen-Setzlinge wurzelgerecht eingesetzt werden können.
Nach der Planung der Pflanzflächen lassen sich die Big-Bags einfach und flexibel über die Frontgabel eines Schleppers an die vorgesehenen Stellen transportieren.

So verringern sich auch die ergonomischen Belastungen der Forstwirtinnen und Forstwirte durch kürzere Laufwege.

Institution:

Wir sind ForstBW!
ODER
ForstBW– Wir sind, wo der Wald ist!

Wir bei ForstBW l(i)eben den Wald. Das beweisen täglich unsere über 1800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – um gemeinsam die Zukunft der Staatswälder Baden-Württembergs zu gestalten.

Dabei gibt es einiges zu tun: Ob in der Betriebsleitung Bebenhausen, in einem unserer 21 Forstbezirke, unseren Servicestellen oder den bildungs- und waldpädagogischen Einrichtungen.
Wir sind, wo der Wald ist – vom Bodensee bis zum Odenwald.

Insgesamt bewirtschaften wir eine Fläche von über 300.000 Hektar Staatswald und sind damit der größte Forstbetrieb des Landes Baden-Württemberg. Diese Verantwortung tragen wir mit dem Ziel, stets ökologisch vorbildlich, sozial ausgewogen und ökonomisch erfolgreich zu arbeiten. Das alles auf dem Fundament der Nachhaltigkeit, immer das Wohl des Waldes und der Menschen im Blick.

1.5

Saattechniken mit fernbedientem Kompaktgeräteträger

Institution:

Landesbetrieb Forst Brandenburg
SB Technik, Wegebau, Arbeitsverfahren

Der Landesbetrieb Forst Brandenburg (LFB) erfüllt nach dem Landeswaldgesetz zugewiesene forstbehördliche Aufgaben und bewirtschaftet den Wald im Eigentum des Landes Brandenburg. Weitere Aufgaben sind Waldbesitzer zur Waldbewirtschaftung zu beraten und die Aufgaben des Waldschutzes sowie der Waldbrandüberwachung für den Gesamtwald zu erfüllen. Der LFB hat somit ein sehr spezielles Aufgabenportfolio im Bereich  Wald und Forstwirtschaft.

In Wahrnehmung dieser Aufgaben unterhält der LFB eigene Technik und bildet Forstwirte und Geprüfte Forstmaschinenführer aus.

http://forst.brandenburg.de

Erläuterung:

Waldsaaten wurden in der Geschichte immer wieder praktiziert, wurden vergessen, erneut entdeckt und leider viel zu wenig dokumentiert. Schaut man sich die Sätechnik für Waldsaaten an, so scheint bis auf wenige Ausnahmen die Saat mit Pferden die einzige Konstante zu sein. Hier wird in einen Säspalt das Saatgut abgelegt und dieser anschließend wieder verschlossen. Das Verfahren erfordert hinreichende Säkapazitäten  und sehr sauber vorgeräumte Flächen.

Insbesondere die fehlenden Kapazitäten haben den Landesbetrieb Forst Brandenburg bewogen, Verfahren zu entwickeln, denen motorgetriebene Technik als energetische Basis zu Grunde liegt. Dabei wurde Wert darauf gelegt, dass die Technik hinsichtlich der Beweglichkeit und Bodenschonung ganz nah beim Pferd liegt. Ähnlich wie beim Pferd wird die Saat mit nur einer Überfahrung realisiert. Der Einsatz funkferngesteuerter Kleinraupen hat jedoch den Vorteil, dass neben der klassischen Variante der Ablage des Saatgutes in einen Säspalt auch in ein gefrästes Saatbett abgelegt werden kann. Dabei kommt die Fräs-Sämaschine auch mit begrenzten Reisigauflagen zurecht.

Auf einer typischen Kalamitätsfläche werden Möglichkeiten und Grenzen von Saatverfahren auf Basis von Kleinraupen gezeigt.

1.7

Containervielfalt und mögliche Pflanzverfahren

Institution:

Kooperation zwischen den Niedersächsischen Landesforsten, Forstsaatgutberatungsstelle (fsb) Oerrel und Schleswig-Holsteinischen Landesforsten.

Erläuterung:

Containervielfalt und Pflanzverfahren

Die Waldverjüngung hat viele Facetten. Nicht nur ein Arbeitsverfahren oder ein Pflanzensortiment führt zum Erfolg – es ist meist eine aufeinander abgestimmte Kombination. Die Containerpflanzung ist dabei ein Baustein mit stetig wachsender Beliebtheit. Doch trifft das Interesse auf eine Vielfalt an Containervarianten, die den Markt sehr unübersichtlich macht. Wir wollen Ihnen einige wesentliche Varianten vorstellen. Was gibt es wichtiges zu beachten? Wie werden die Pflanzen produziert? Und welche Fehler sollten Sie vermeiden? Dabei werden wir in der Theorie auch auf verschiedene Pflanzwerkzeuge eingehen und Ihnen die Pflanzverfahren mit dem „ePlanter“ und dem „Pottiputki-Pflanzrohr“ in einer praktischen Anwendung vorstellen.

Dieser Exkursionspunkt erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen den Niedersächsischen Landesforsten und den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten.

Unternehmensportrait Niedersächsische Landesforsten

Die Niedersächsischen Landesforsten (NLF) bewirtschaften rund 335.000 Hektar Landeswald nach den Grundsätzen des Regierungsprogrammes zur langfristigen ökologischen Waldentwicklung (LÖWE). Zusätzlich betreuen sie als Dienstleister 77.000 Hektar Wald von Forstgenossenschaften und Kommunen. Darüber hinaus nehmen die NLF im Auftrag des Landes Aufgaben unter anderem in den Bereichen Naturschutz und Umweltbildung wahr. Insgesamt sind ca. 1.300 Mitarbeitende in 24 Forstämtern, dem Niedersächsischen Forstlichen Bildungszentrum, dem Niedersächsischen Forstplanungsamt und der Betriebsleitung tätig. Auf der Fachexkursion präsentieren die Forstsaatgutberatungsstelle Oerrel und das Niedersächsische Forstliche Bildungszentrum Münchehof ihr breites Wissen, innovative Arbeitsverfahren und niedersächsische Entwicklungen im Bereich der Forsttechnik und Waldarbeit.

Unternehmensportrait Schleswig-Holsteinischen Landesforsten

Die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF) betreuen 50.000 Hektar der 173.412 Hektar großen Waldfläche Schleswig-Holsteins. Obwohl Schleswig-Holstein das waldärmste Bundesland ist, belegt es auf der Rangliste der laubwaldreichsten Bundesländer Deutschlands den zweiten Platz.

Mit Gründung der Forsten als Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) am 1. Januar 2008 wandelte sich die einst traditionelle Forstverwaltung in ein zukunftsorientiertes und leistungsstarkes Unternehmen, das sich dem Erhalt und der Erhöhung der Biodiversität sowie dem Wasser-, Klima-und Lärmschutz und dem Erhalt der Erholungsfunktionen der Wälder Schleswig-Holsteins und ihrer nachhaltigen Nutzung verpflichtet hat. Die SHLF bewirtschaften die ihnen anvertrauten Wälder als FSC® (C010535)- und PEFC-zertifizierter Betrieb nachhaltig und naturnah nach strengen ökologischen und sozialen Maßstäben.

Der Hauptsitz in Neumünster bildet die Schnittstelle und den Koordinationspunkt der Geschäftsfelder Holz und Dienstleistungen, Jagd und Wild, Gemeinwohlleistungen sowie biologischer und technischer Produktion. Von hier aus ziehen die SHLF ihre Kreise. 32 Förstereien fungieren als Ansprechpartner vor Ort.

1.8

Mechanisierte Wiederbewaldung von Großkalamitätsflächen unter Qualitätsgesichtspunkten

Institution:

Center-Forst GmbH

Baumschulen Frank Stingel

Erläuterung:

Aus den Erfahrungen der vergangenen Wiederbewaldungen von Kalamitätsflächen wissen wir, dass die angewendeten Verfahren oft nicht den gewünschten Kulturerfolg gebracht haben. Die enorme Flächengröße der jetzigen Blößen stellt den Forstbetrieb bei der Wiederaufforstung vor große, schier unlösbare Herausforderungen, was Flächenfortschritt, nachfolgende Pflegearbeit und Dokumentation betrifft.

Das mechanisierte, streifenweise Pflanzverfahren mit 3 voneinander unabhängigen Arbeitsschritten ist eine Antwort darauf.

 

 

Schritt 1:

Mulchen der kompletten Fläche mit einem raupenbasierten Großmulcher, um Stubben und Schlagreisig zu beseitigen.

Schritt 2:

Herstellen eines 40 cm breiten und 30 cm tiefen Pflanzstreifens mit Reihenabständen von
2,50 m bis 3 m.
Hierfür empfiehlt sich eine Streifenfräse mit Tiefenlockerer, um die Sohlenbildung auszuschließen.

Schritt 3:

Mittels Pflanzmaschine wird in den vorgefertigten Streifen maschinell gepflanzt.

Die drei Arbeitsgänge lassen sich zeitlich und räumlich voneinander trennen, um für jeden Arbeitsgang die optimale Bodenfeuchte festlegen zu können.

Durch die Bodenarbeit und die Flächenvorbereitung entsteht ein optimales Bodengefüge, welches den Wachstumsprozess der Forstpflanze optimal fördert. Da der Pflanzstreifen zusätzlich mit dem Reißzahn tief genug gelockert ist, kommt es beim Pflanzvorgang nicht zum Stauchen der Wurzel.

Die Pflanzreihen sind GPS eingemessen. Dieses Datenmaterial bildet den Grundstein für alle nachfolgenden Pflege- und Pflanzenschutzmaßnahmen.
Durch die digitale Datenhaltung geht keine Kultur verloren und die Pflegeeingriffe lassen sich maximal rationalisieren und standardisieren.

Exkursionsthema 2

Jungwuchs-/Jungbestandespflege

2.1

Die Niedersächsische Kulturpflegetechnik (NKT)

Institution:

Niedersächsisches Forstliches Bildungszentrum (NFBz Münchehof)

Erläuterung:

Ausgangslage:
In den Niedersächsischen Landesforsten sind in den letzten Jahren durch Stürme, Dürre und Borkenkäfer umfangreiche Kahlflächen entstanden. Die Wiederbewaldung und in deren Folge notwendigen Kulturpflegearbeiten stellen große Herausforderungen an den Waldbesitzer.
Zusammen mit dem gleichzeitig zu forcierenden Waldumbau nach dem Niedersächsischen Programm zur langfristigen ökologischen Waldentwicklung (LÖWE+) ergibt sich ein immenses Pensum investiver
Verjüngung, das in den ersten Jahren zu Sicherung der Investition häufig gepflegt werden muss.


Bisherige Geräte:
Die bisher in der Kulturpflege eingesetzten Handgeräte sind oft ergonomisch ungünstig und führen in schwierigen Arbeitsverhältnissen zu reduzierten Leistungen. Der häufig eingesetzte Freischneider erschwert aufgrund seiner körperfernen Anwendung die Ansprache der zu pflegenden Pflanze und
führt zu häufigerem versehentlichen Verlust der eigentlich zu pflegenden Pflanze.


Niedersächsische Kulturpflegetechnik (NKT)
Eine handelsübliche akkubetriebene Heckenschere wurde mit einem extra konstruierten Aufnahmebügel (Niedersächsisches Bildungszentrum) kombiniert. Durch die Befestigung an einem
rückentragbaren Geräteträger wird eine hohe ergonomische Entlastung erzielt. Durch die innovative Modifikation wurde ein sehr guter Arbeitsfortschritt sowie die gewünschte Arbeitsqualität erzielt.
Pflanzenausfälle werden reduziert und Wuchsanomalien können im Vorbeigehen korrigiert werden.

Zum Wohle der Mitarbeiter und unserem zukünftigen Wald! Frei nach dem Motto „Brombeere kann auch Spaß machen!“

Unternehmensportrait Niedersächsische Landesforsten

Die Niedersächsischen Landesforsten (NLF) bewirtschaften rund 335.000 Hektar Landeswald nach den Grundsätzen des Regierungsprogrammes zur langfristigen ökologischen Waldentwicklung (LÖWE). Zusätzlich betreuen sie als Dienstleister 77.000 Hektar Wald von Forstgenossenschaften und Kommunen. Darüber hinaus nehmen die NLF im Auftrag des Landes Aufgaben unter anderem in den Bereichen Naturschutz und Umweltbildung wahr. Insgesamt sind ca. 1.300 Mitarbeitende in 24 Forstämtern, dem Niedersächsischen Forstlichen Bildungszentrum, dem Niedersächsischen Forstplanungsamt und der Betriebsleitung tätig. Auf der Fachexkursion präsentieren die Forstsaatgutberatungsstelle Oerrel und das Niedersächsische Forstliche Bildungszentrum Münchehof ihr breites Wissen, innovative Arbeitsverfahren und niedersächsische Entwicklungen im Bereich der
Forsttechnik und Waldarbeit.

2.2

Die Münchehofer Wertästungstechnik (MWT)

Institution:

Niedersächsisches Forstliches Bildungszentrum (NFBz Münchehof)

Erläuterung:

In den Niedersächsischen Landesforsten ist die Douglasie im Hinblick auf die zukünftigen
Entwicklungen durch den Klimawandel eine mögliche Mischbaumart auf wasser- und
nährstoffärmeren Standorten. Vor allem nach Kalamitäten und besonders nach dem Sturm Kyrill wurden großflächige Douglasien-Mischbestände begründet. Diese Douglasien wachsen nun zu großen Teilen in das Astungsalter ein. Die in der Vergangenheit angewandten Arbeitsverfahren waren vor allem die Ästung mit Handsägen und Pneumatischen Scheren in Verbindung mit Steigtannen oder Leitern, sowie die Ästung mit Stangenzugsägen.
Durch das zu erwartende große Arbeitsvolumen in der Ästung suchte das Niedersächsische forstliche Bildungszentrum (NFBz) nach neuen Möglichkeiten im Arbeitsverfahren der Wertästung.
In einem Zufallsgespräch mit einem Weinbautechniker wurde das NFBz auf die Akkuschere Electrocoup F3020 des französischen Herstellers INFACO aufmerksam. Dieser produziert bereits seit über 30 Jahren Elektroscheren. Die eingesetzte Akkuschere verfügt über ein aktives Schnittschutzsystem zur Vermeidung von Verletzungen. Das Gerät ist zudem KWF-Profi zertifiziert.
Zusammen mit der Distelleiter II bildet diese Schere nun die Münchehofer Wertästungstechnik, kurz MWT. Durch die MWT lassen sich Wertästungsbestände ergonomisch gut und effizient bearbeiten.
Weiterhin ist das Arbeitsverfahren für durch die Kalamitätsholzernte stark beanspruchten Forstwirte eine willkommene Abwechslung, da das Betreiben der Akkuschere weitgehend ohne störende Motorengeräusche erfolgt und der Forstwirt ergonomisch wenig belastet wird.

Unternehmensportrait Niedersächsische Landesforsten

Die Niedersächsischen Landesforsten (NLF) bewirtschaften rund 335.000 Hektar Landeswald nach den Grundsätzen des Regierungsprogrammes zur langfristigen ökologischen Waldentwicklung (LÖWE). Zusätzlich betreuen sie als Dienstleister 77.000 Hektar Wald von Forstgenossenschaften und Kommunen. Darüber hinaus nehmen die NLF im Auftrag des Landes Aufgaben unter anderem in den Bereichen Naturschutz und Umweltbildung wahr. Insgesamt sind ca. 1.300 Mitarbeitende in 24 Forstämtern, dem Niedersächsischen Forstlichen Bildungszentrum, dem Niedersächsischen Forstplanungsamt und der Betriebsleitung tätig. Auf der Fachexkursion präsentieren die Forstsaatgutberatungsstelle Oerrel und das Niedersächsische Forstliche Bildungszentrum Münchehof ihr breites Wissen, innovative Arbeitsverfahren und niedersächsische Entwicklungen im Bereich der Forsttechnik und Waldarbeit.

2.3

Wertastung und erste Positivläuterung mit Akkuschere und Spacer

Institution:

Landesbetrieb Wald und Holz NRW

Erläuterung:

Waldbauliche Chancen bzw. Einsatzmöglichkeiten und technische Umsetzung

Ein System mit Zukunft

Waldbewirtschaftung im Klimawandel wird geprägt durch Kalamitäten, die zu Zwangsnutzungen führen. Die Wälder, die auf diesen Flächen entstehen oder begründet werden erfordern in der Kultur-, und Jungwuchsphase mehr oder weniger intensive Eingriffe zur Regelung von Konkurrenz- und Mischung. Nach der Jungwuchsphase wird in die Bestände beim Nadelholz bis zur ersten Durchforstung mit verwertbaren Sortimenten, beim Laubholz bis zum Erreichen der angestrebten astreinen Schaftlänge nicht mehr eingegriffen.

Wenn es um die Produktion von Wertholz durch Astung geht wird durch dieses Warten das Bestandesziel gefährdet. Die Erfahrung zeigt, dass bei unbeeinflusster Konkurrenz qualitativ gut veranlagte Bestandesglieder gegenüber wüchsigeren, aber qualitativ nicht befriedigenden Bäumen zurückfallen. Bei der ersten Durchforstung ist es dann oft nicht mehr möglich die anzustrebende Anzahl von 50 bis 70 Wertholz produzierenden Z-Bäumen je Hektar zu finden.

Erläuterung:

Vorgestellt wird daher

Ein Arbeitsverfahren zur Sicherung der Wertträger

  • Untersuchungen zur
    • Ergonomie
    • Wirtschaftlichkeit
    • Betriebssicherheit

Eingesetzt werden dabei moderne Arbeitsmittel, die Vorteile für die

  • Astungsqualität
  • Ergonomie
  • Betriebsorganisation

bieten.

Ergonomie und Produktivität des Verfahrens, das am Forstlichen Bildungszentrum für Waldarbeit und Forsttechnik des Landesbetriebes Wald und Holz NRW entwickelt wurde, sind in enger Zusammenarbeit mit der Abteilung Arbeitswissenschaft und Verfahrenstechnologie der Universität Göttingen untersucht worden.

2.4

– Waldbau trifft Handwerk – Das hessische Modell in der Jungwuchs- und Jungbestandspflege

Institution:

HessenForst, Forstamt Weilburg
Forstliches Bildungszentrum

Erläuterung 1:

Die Station veranschaulicht die praktische Umsetzung des Waldbau- Konzeptes in der Jungwuchs- und Jungbestandspflege im Landesbetrieb HessenForst.

Neben den waldbaulichen Aspekten werden auch Arbeitsgeräte und Arbeitstechniken vorgeführt.

Hierbei werden Geräte und Techniken zum Einsatz gebracht, die sich sowohl durch effizienten Einsatz im Sinne eines hohen Arbeitsfortschritts, als auch aus ergonomischer Sicht im Sinne von menschengerechten Arbeitssystemen, als geeignet erwiesen haben. Bezüglich der Arbeitsgeräte sind akkubetriebene Systeme ein zentrales Element an diesem Exkursionspunkt. 

Erläuterung 2:

Hier lernen Sie die technischen und arbeitsschutzrelevanten Einsatzgrenzen der Geräte kennen.

Weiterhin wird mit dem manuellen Ringeln ein Arbeitsverfahren präsentiert, das durch langsames Absterben der ausscheidenden Bäume den Kronenschluss und damit die natürliche Astreinigung möglichst lange, bis in das „Auslesestadium“, erhält. In einer Zeitreihe kann dieser Prozess in verschiedenen Beständen betrachtet werden. Das Ringeln hat sich somit aus waldbaulicher und ergonomischer Sicht bei HessenForst etabliert.

Seien Sie gespannt!

2.5

Sicherheit und Schnittleistung diverser Werkzeuge am Freischneider

Institution:

Staatsbetrieb Sachsenforst
Maschinenstation Königstein

Erläuterung 1:

Wie sicher sind Schneidwerkzeuge für die Motorsense oder den Freischneider und welche Schnittleistung ist unter verschiedenen Bedingungen zu erwarten?

Seit etwa 5 Jahren erleben wir in Deutschland eine Welle von Waldschäden durch Borkenkäfer, Dürre und Stürme. Auf diese folgt eine weitere Welle von Wiederaufforstungen oder durch Naturverjüngung entstehende Bestände. Es ist also zu erwarten, dass uns in Kürze eine dritte Welle erreicht – und zwar jene der Kulturpflege und Bestandeserziehung. Diese Arbeiten werden zumeist mit Freischneidern oder Motorsensen bewältigt. Höchste Zeit, sich mit der Sicherheit dieser Geräte bei der Verwendung diverser Schneidwerkzeuge zu befassen.

Erläuterung 2:

 

Sachsenforst präsentiert an diesem Punkt die Ergebnisse einer umfangreichen Untersuchung zur Neigung der Schneidwerkzeuge, am Waldboden liegende Gegenstände (z.B. Gestein, Glas, Metallteile) aufzunehmen und umherzuschleudern. Diesen sogenannten Wurfkörperprüfungen wurden die Schnittleistungen der Werkzeuge gegenübergestellt und bewertet.

Exkursionsthema 3

Holzernte

3.1

Umsetzung der Richtlinie zu Nährstoffnachhaltigkeit in Rheinland-Pfalz

Institution:

Landesforsten Rheinland-Pfalz

Erläuterung:

Im Rahmen der Vermeidung fossiler Energieträger hat die Verwendung von Holz als CO2 neutraler Energieträger in Deutschland im letzten Jahrzehnt eine beträchtliche Renaissance erfahren, dies hat auch zu einer Intensivierung der forstlichen Nutzung von bisher wenig nachgefragten Koppelprodukten geführt.

Diese vermehrte Nutzung von forstlicher Biomasse und Holz verbessert die ökonomische Situation der Forstbetriebe und trägt zur Versorgung der Wirtschaft mit einem nahezu klimaneutralen Rohstoff bei. Wälder stocken aber sehr oft auf den ärmeren Standorten und dadurch sind bestimmte Waldareale gegenüber übermäßigen, nutzungsabhängigen Nährstoffexporten sensibel. Darum muss eine standortsspezifische und bestockungsabhängige Abwägung zwischen der Ausschöpfung des Nutzungspotenzials und der Gewährleistung der Nährstoffnachhaltigkeit erfolgen.

Erläuterung:

Die Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft in Trippstadt, widmet sich dem Thema „Nährstoffnachhaltigkeit bei der Holzernte“ seit 2001.  Im Rahmen verschiedener langjähriger Kooperationsprojekte konnte aus der breiten Datenbasis ein Entscheidungsunterstützungssystem entwickelt werden. Dieses System beurteilt die Vulnerabilität (Verletzlichkeit mit dauerhafter Einschränkung z.B. der Wuchsleistung) eines Waldortes gegenüber den Nährstoffentzügen durch den Grad der Holznutzung, in fünf Stufen von sehr gering bis sehr hoch.

An diese fünf Stufen werden jeweils Vorgaben für den Nährstoffverbleib durch Nutzungseinschränk-ung auf der Fläche gekoppelt, diese reichen von einer eingeschränkten Vollbaumnutzung bis zu einem BHD oder/und Zopf begrenzten Nutzungsverzicht. Diese Maßnahmenbündel und eine auf die Netto-Säurebelastung kompensatorisch ausgerichtete Empfehlung für eine Bodenschutzkalkung werden der forstlichen Praxis, über alle Waldbesitzarten hinweg, kartenbasiert zur Verfügung gestellt.

An dem Exkursionspunkt mit der Systembeurteilung „Vulnerabilität sehr hoch“ werden die Restriktionen an einer bereits durchgeführte Hiebsmaßnahme in einem Mischbestand gezeigt und diskutiert.

3.2a Schadholzarena

Innovationen des Arbeitsschutzes bei der Waldarbeit

Institution:

Staatsbetrieb Sachsenforst
Maschinenstation Königstein

3.2 a Forstbetriebsarbeiten in totholzreichen Beständen: Gefährdungsbeurteilung und Ableitung von Maßnahmen

Erläuterung 1:

Seit etlichen Jahren erleben wir in zahlreichen Waldgebieten Deutschlands eine enorme Zunahme der Totholzanteile in unseren Waldbeständen. Deren Ursachen sind vielfältig – häufig lassen sie sich auf Effekte des Klimawandels, wie beispielsweise ausgeprägte Dürreperioden, zurückführen. Weiterhin findet eine bewusste Anreicherung von Totholz aus naturschutzfachlichen Gründen statt.

Die Gefahrenlage im Wald, nicht nur für Waldarbeiter/innen, sondern z. B. auch für Forstunternehmer/innen, Jäger/innen oder Revierleiter/innen, hat seitdem ein neues Niveau erreicht. Auf großer Fläche ist mit herabstürzenden Ästen und Kronenteilen oder umstürzenden Bäumen zu rechnen, die Fortbewegung im Wald wird schwieriger und auch die Häufigkeit von durch Totholz blockierten Waldwegen nimmt zu.

3.2 a Forstbetriebsarbeiten in totholzreichen Beständen: Gefährdungsbeurteilung und Ableitung von Maßnahmen

Erläuterung 2:

Diese Situation erfordert von allen Personen, welche Arbeiten im Wald planen und durchführen, ein besonderes Augenmerk bei der Beurteilung der vom Wald ausgehenden Gefahren. Sachsenforst präsentiert als Einstieg in die „Schadholzarena“ ein Entscheidungsverfahren zum professionellen und sicheren Umgang mit Totholz bei allen Betriebsarbeiten. Auf Basis einer baumartenspezifischen Risikoeinschätzung und einer nach Schadstufen gegliederten Entscheidungsmatrix werden konkrete, zum entsprechenden Waldbestand passende, organisatorische und technische Maßnahmen abgeleitet.

Nach diesem Einstieg in den Themenschwerpunkt haben Sie die Möglichkeit, sich beim Rundgang durch die „Schadholzarena“ mit konkreten Maßnahmen, Arbeitsverfahren und Technologien näher auseinanderzusetzen.

3.2b Schadholzarena

Innovationen des Arbeitsschutzes bei der Waldarbeit

Institution:

Staatsbetrieb Sachsenforst
Maschinenstation Königstein

3.2 b PNA: Personen-Notsignal-Anlagen zur Absicherung von gefährlichen Waldarbeiten oder allein im Wald arbeitenden Personen

Erläuterung 1:

Nicht nur die zusätzliche Gefährdung der Waldarbeit durch hohe Totholzanteile in den Waldbeständen, auch die zunehmend vorzufindenden Sichtbehinderungen bei blickdichter Verjüngung im Unterstand, verlangen ein besonderes Augenmerk bei der Absicherung der Rettungskette. Das Ziel ist es, möglichst früh von einem Unfall oder einem medizinischen Notfall zu erfahren, um Hilfe organisieren zu können. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn Personen allein im Wald arbeiten und keine Kolleginnen/Kollegen aus dem näheren Umfeld zu Hilfe eilen können.

Es gibt also viele Gründe, die für sogenannte Personen-Notsignal-Anlagen (PNA) sprechen. Neben manuellen Notrufen durch die verunfallte Person selbst, ermöglichen diese Geräte auch automatische Alarme, die in bestimmten Situationen ausgelöst werden. Auf diese Weise soll der Zeitraum bis zum Eintreffen der Hilfe am Unfallort minimiert werden. Je nach Gerät werden zur Übermittlung des Alarms die verschiedenen Mobilfunknetze (auch kombiniert) genutzt oder es kann zusätzlich auf ein Satellitennetzwerk zurückgegriffen werden, sodass auch Lösungen für die sogenannten „Funklöcher“ möglich sind.

Erklärung zum Bild

Ernstfall-Übung eines Waldarbeiter-Unfalls:
Forstabeiter Mike Stemmler (liegt) wird von Kollegen und Sanitätern unter einer auf ihn „gefallenen“ Buche befreit.
Foto: Eberhard Mädler

Erläuterung 2:

Sachsenforst präsentiert verschiedene technische Varianten von Personen-Notsignal-Anlagen und gibt einen Überblick über die möglichen Anwendungsbereiche und Einsatzmöglichkeiten von PNA.

3.2c Schadholzarena

Innovationen des Arbeitsschutzes bei der Waldarbeit

Institution:

Staatsbetrieb Sachsenforst
Maschinenstation Königstein

3.2 c Schutzmöglichkeiten bei Forstbetriebsarbeiten im Zusammenhang mit Totholz

Erläuterung:

Die Arbeit in totholzreichen Waldbeständen erfordert eine Gefährdungsbeurteilung und sich daraus ergebende konkrete Maßnahmen zum Schutz der Waldarbeiter/innen. Ist es vertretbar, den Waldbestand für die geplante Maßnahme zu betreten, können besondere Schutzmöglichkeiten das Risiko für die Einzelperson weiter senken.

Sachsenforst zeigt auf, welche persönlichen oder technischen Schutzmaßnahmen unter welchen Bedingungen zum Einsatz kommen können und welche Waldarbeiten sich damit absichern lassen.

3.3 Schadholzarena

Weg vom Baum – fachgerechter Einsatz von funkferngesteuerten Fällhilfen

Institution:

Landesforsten Rheinland-Pfalz Zentralstelle der Forstverwaltung

Erläuterung:

Bei motormanuellen Fällarbeiten ereignen sich regelmäßig im Bereich um den zu fällenden Baum besonders schwere und folgenreiche Unfälle. Wie das Unfallgeschehen zeigt, ist der Motorsägenführer vor allem beim Keilen und beim Abkippen des Baumes gefährdet, durch Baumteile getroffen und verletzt zu werden. Die wirksamen Präventionsmaßnahmen zur Unfallvermeidung sind neben dem technischen Schutz der Bedienperson, wie es beim Harvester der Fall ist, ein generelles erschütterungsarmes Arbeiten sowie das Verlassen des Gefahrenbereichs, bevor der Baum in Bewegung kommt nach dem Motto „Weg vom Baum“.

Neben der Vollmechanisierung und dem bekannten Verfahren der seilwindenunterstützten Fällung, wird dieses Präventionsziel durch den Einsatz sogenannter funkferngesteuerter Fällkeile (FFK) möglich.

Den Fachbesuchern wird folgendes aufgezeigt:

  • Vor- und Nachteile des Arbeitsmittels,
  • dessen Einsatzgrenzen,
  • der fachgerechte Arbeitsablauf,
  • typische Fehler und deren Vermeidung,

und warum der FFK eine Ergänzung und kein Ersatz für die seilwindenunterstütze Fällung ist.

Sicherheitstrainer Landesforsten Rheinland-Pfalz

Arbeitsschwerpunkt:

Das Sicherheitstraining basiert auf der Vermittlung von Modulen aus der Verhaltenspsychologie und der Begleitung im jeweiligen Arbeitsprozess.

Erkenntnisse aus der Verhaltensanalyse werden mit den Teilnehmern besprochen und notwendige Änderungen vereinbart.

Sicherheitstrainings haben das Ziel eine nachhaltige Veränderung im Arbeitsverhalten und eine langfristige Sicherstellung von Handlungskompetenzen der Mitarbeiter zu erreichen.

Das Sicherheitstraining wirkt auf Arbeitsverhalten, Motivation und Selbstreflektion sowie Qualitätsmanagement und technische Prozessentwicklung der Teilnehmer ein.

Frank Feiten

Forstamt Traben-Trabach

E-Mail: frank.feiten@wald-rlp.de

Kevin Fuchs
Kompetenzzentrum Waldtechnik Landesforsten (KWL)
E-Mail: kevin.fuchs@wald-rlp.de

André Bonertz
Waldtechnik Landesforsten (KWL)
E-Mail: andre.bonertz@wald-rlp.de

 

oder:
sicherheitstraining@wald-rlp.de

3.4 Schadholzarena

Techniken und Verfahren für die sichere motormanuelle Fällung von geschädigten (Laub-) Bäumen

Institution:

ForstBW AöR

Forstliches Bildungszentrum Königsbronn

Erläuterung:

Baum- und Umgebungsbeurteilung in der Schadholzernte: 

Der nachgewiesene Anstieg der Schadholzmengen durch klimatische Veränderungen, stellt eine besondere Herausforderung für die moderne Holzernte in geschädigten Beständen dar. Das Gefahrenpotenzial durch Totholz oder die Einflüsse von holzzersetzenden Organismen ist immens. Grundlage für die motormanuelle Fällung ist die Baum- und Umgebungsbeurteilung, die eine tragende Rolle in der sichereren Ernte von Schadholz einnimmt. Neben etablierten Kriterien müssen nun weitere Faktoren bei der Baum- und Umgebungsbeurteilung betrachtet werden. Die hieraus abzuleitenden Erkenntnisse sind maßgeblich für den Arbeitsschutz, der durch die Auswahl der Arbeitstechnik und des Arbeitsverfahrens beeinflusst wird

Das Forstliche Bildungszentrum Königsbronn und die Sicherheitscoaches von ForstBW geben Einblick in die situative Baum- und Umgebungsbeurteilung in der Schadholzernte. Die Abteilung Waldschutz der Forstlichen Versuchsanstalt Freiburg demonstriert anhand von Exponaten die Auswirkungen holzzersetzender Schaderreger auf die Holzstruktur.

Die Gefahren in geschädigten Beständen werden praxisnah dargestellt und durch wissenschaftliche Erkenntnisse abgerundet.

Innovation in der seilunterstützen Holzernte:

 Die seilunterstütze Holzernte bietet ein höheres Maß an Sicherheit als dies andere Arbeitsverfahren bieten können, deshalb hat sich diese Arbeitstechnik nicht nur in geschädigten Beständen etabliert. Das FBZ Königsbronn hat eine Weiterentwicklung der Königsbronner Anschlagtechnik (KAT) forciert, die die Ergonomie, die Arbeitssicherheit und die Einsatzmöglichkeiten des KAT erweitert. Dies ermöglicht das Ersetzen des bekannten Metallschäkels durch einen Tauwerkschäkel aus Kunstfaser.

Das Forstliche Bildungszentrum Königsbronn und die Sicherheitscoaches von ForstBW demonstrieren an einem praktischen Beispiel die Anwendung und die Vorteile des Tauwerkschäkels.

Das FBZ Königsbronn ist eine von drei forstlichen Bildungseinrichtungen von ForstBW AöR. Hauptaufgabe des FBZ Königsbronn ist die Aus-, Weiter- und Fortbildung von forstlichen Fachpersonal in Baden-Württemberg. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Erprobung von Arbeitsverfahren, Geräten und Maschinen. Insgesamt beschäftigt das FBZ Königsbronn 30 Personen zur Umsetzung der vielfältigen Aufgaben.

3.6

Rindenschlitzen – motormanuelle Entrindung mit Motorsägenanbaugerät

Institution:

LWF -Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft

Erläuterung:

Vereinzelte vom Borkenkäfer befallene Bäume in schwer erreichbaren Lagen, keine verfügbaren Rückemaschinen oder witterungsbedingte Schwierigkeiten bei der Befahrung. In derartigen Situationen wird auch heute noch vielmals auf die klassische Handentrindung zurückgegriffen.
Aufgrund der eingeschränkten Produktivität und Ergonomie der manuellen Entrindung mittels Schäleisen wurden bereits vor vielen Jahrzehnten Anbaugeräte an Motorsägen entwickelt, um die Leistungsfähigkeit zu steigern. In den vergangenen Jahren wurde die bewährte Technik grundlegend überarbeitet und an die aktuellen Generationen von Motorsägen angepasst. Anstelle des Keilriemens erfolgt der Antrieb der Geräte nun mittels einer Standard-Motorsägenkette, welche lediglich keine Zähne besitzt. Dadurch ist ein schneller Wechsel zwischen Schälgerät und Schneidgarnitur möglich, ohne Modifikationen an der Motorsäge, beispielsweise im Bereich der Kettenölpumpe durchführen zu müssen. Um die Leistungsfähigkeit der Geräte insbesondere im Bereich der Borkenkäferbekämpfung noch weiter zu steigern, wurden sogenannte „Streifenmesser“ entwickelt. Diese Messer führen zu einer streifenförmigen Entrindung im Vergleich zur vollständigen Entrindung mit den herkömmlichen Standardmessern. Durch die streifenweise Entrindung steigt die Produktivität in der motormanuellen Entrindung. Darüber hinaus bietet das Verfahren trotz Bekämpfung des Fichtenborkenkäfers bei Bäumen, die als Totholz belassen werden sollen, ökologische Vorteile, weil der „Lebensraum Borke“ nicht komplett entzogen wird. Das Exkursionsbild zeigt die Anwendung des Arbeitsverfahrens „Rindenschlitzen“ unter Verwendung herkömmlicher benzin- und akkubetriebener Motorsägen. Darüber hinaus werden Untersuchungsergebnisse hinsichtlich Produktivität und Waldschutzwirksamkeit vorgestellt. Das Arbeitsverfahren „Rindenschlitzen“ kann einen wichtigen Baustein in der insektizidfreien Borkenkäferbekämpfung darstellen, insbesondere bei kleinflächigem und zerstreutem Befall.

Bayerische Staatsforsten AöR

Das Unternehmen Bayerische Staatsforsten wurde als Anstalt des öffentlichen Rechts am 1. Juli 2005 gegründet. Unser Auftrag ist die nachhaltige Bewirtschaftung des bayerischen Staatswaldes, und zwar nach klaren Vorgaben: Der Staatswald soll vorbildlich bewirtschaftet werden.
Forstwirtschaft heißt für uns, die drei Bereiche Ökologie, Ökonomie und die soziale Funktion der Wälder in der Balance zu halten. Die Menschen sollen mit dem nachwachsenden und ökologischen Rohstoff Holz versorgt werden. Die Natur soll erhalten und Biodiversität gefördert werden. Die wichtigen Waldfunktionen für die Luft und unser Wasser müssen gesichert werden. Die Erholungsfunktionen der Wälder müssen erhalten werden. Und: Die Bewirtschaftung hat nach unternehmerischen Grundsätzen zu erfolgen.
Den Wald auf ganzer Fläche Schützen und Nutzen, das ist das Prinzip, nach dem die Bayerischen Staatsforsten Forstwirtschaft betreiben.
Bayerische Staatsforsten – Zentrale Bereich Waldbau
Michael Hollersbacher Franziskanerstr 14
81669 München 089/12224-230 michael.hollersbacher@baysf.de

Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft

Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft ist Sonderbehörde der Bayerischen Forstverwaltung. Wir unterstützen als Stabsstelle die Forstabteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und deren Ämter. An der LWF sind etwa 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Kleine Teams mit kurzen Kommunikationswegen erlauben uns effektiv zu arbeiten. Unsere Forschungsteams bestehen aus Forstleuten mit wissenschaftlicher Ausbildung, erfahrenen Forstpraktikern und Spezialisten anderer Fachrichtungen. Bei unserer wissenschaftlichen Arbeit halten wir ständig den Kontakt zur Praxis. Die Aufgaben der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft werden neben der Leitung von den Stabsstellen und 9 Abteilungen wahrgenommen. Kontakt: Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft Hans-Carl-von-Carlowitz-Platz 1 85354 Freising (Deutschland – Germany – Allemagne) Telefon: +49 (0) 8161 / 4591 – 0 Telefax: +49 (0) 8161 / 4591 – 900

poststelle@lwf.bayern.de

3.7

Debarking Heads in der Praxis – Nährstoffe-Waldschutz-Logistik

Institution:

Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

Französische Staatsforsten

Erläuterung 1:

Entrindende Harvesteraggregate (Debarking Heads) werden seit langem in Eukalyptus-Plantagen eingesetzt, um eine direkte Entrindung der Sortimente im Bestand zu ermöglichen.

2021 und 2022 haben die französischen Staatsforsten im Rahmen des Projektes TAÉ (Utilisation des têtes d’abattage écorceuse en forêt tempérée pour la protection sanitaire des peuplements et pour le maintien de la fertilité des sols) verschiedene Versuche mit entrindenden Harvesteraggregaten durchgeführt. Beratende Partner insbesondere zu den Arbeitsstudien waren das Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e.V. (KWF) und die Fakultät für Wald und Forstwirtschaft der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT). Dadurch wurde eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu zwei vorangegangen Forschungsprojekten von KWF und HSWT zu Debarking Heads in Deutschland erreicht.

Bei allen Projekten wurden Standardaggregate verschiedener Hersteller mit relativ einfachen technischen Umbauten zur Entrindung befähigt. Wenn das Holz „im Saft steht“ werden schon damit hohe Entrindungsprozente von etwa 90 % erreicht.

Bei dem Einsatz von entrindenden Harvesteraggregaten steigen die Holzerntekosten im Vergleich zur Nutzung von konventionellen Aggregaten verfahrensbedingt an. Dies wird aber von vielfältigen Vorteilen begleitet.

So garantiert die im Bestand verbleibende Rinde, dass auch die Nährstoffe darin dem Ökosystem Wald erhalten bleiben. In Zeiten von Borkenkäferkalamitäten reduziert die Entrindung den potenziellen Brutraum der Insekten und damit den Zeitdruck bei der Holzabfuhr und -vermarktung, und das für alle Nadelbaumarten.

Der Wegfall der Rinde bringt eine Gewichts- und Volumenreduktion der Rundholzsortimente mit sich. Das Holz trocknet schneller aus, beim Transport wird somit bei gleicher Holzmenge weniger Gewicht transportiert, die Kraftstoffeinsparungen kommen der Umwelt und dem Geldbeutel zu Gute.

Die energetische Nutzung von entrindeten Sortimenten erfolgt effizienter als die Verbrennung von Holz mit Rinde, somit können geringere Feinstaubemissionen und weniger Ascheanfall an Heizanlagen erreicht werden.

Europaweit sind bereits mehr als 40 Debarking Heads im Einsatz. Waldbesitzer können für das Entrinden zur Borkenkäferbekämpfung Fördermittel beantragen, die die Mehrkosten ausgleichen.

Entrindende Harvesteraggregate (Debarking Heads) werden seit langem in Eukalyptus-Plantagen eingesetzt, um eine direkte Entrindung der Sortimente im Bestand zu ermöglichen.

Erläuterung 2:

2021 und 2022 haben die französischen Staatsforsten im Rahmen des Projektes TAÉ (Utilisation des têtes d’abattage écorceuse en forêt tempérée pour la protection sanitaire des peuplements et pour le maintien de la fertilité des sols) verschiedene Versuche mit entrindenden Harvesteraggregaten durchgeführt. Beratende Partner insbesondere zu den Arbeitsstudien waren das Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e.V. (KWF) und die Fakultät für Wald und Forstwirtschaft der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT). Dadurch wurde eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu zwei vorangegangen Forschungsprojekten von KWF und HSWT zu Debarking Heads in Deutschland erreicht.

Bei allen Projekten wurden Standardaggregate verschiedener Hersteller mit relativ einfachen technischen Umbauten zur Entrindung befähigt. Wenn das Holz „im Saft steht“ werden schon damit hohe Entrindungsprozente von etwa 90 % erreicht.

Bei dem Einsatz von entrindenden Harvesteraggregaten steigen die Holzerntekosten im Vergleich zur Nutzung von konventionellen Aggregaten verfahrensbedingt an. Dies wird aber von vielfältigen Vorteilen begleitet.

So garantiert die im Bestand verbleibende Rinde, dass auch die Nährstoffe darin dem Ökosystem Wald erhalten bleiben. In Zeiten von Borkenkäferkalamitäten reduziert die Entrindung den potenziellen Brutraum der Insekten und damit den Zeitdruck bei der Holzabfuhr und -vermarktung, und das für alle Nadelbaumarten.

Der Wegfall der Rinde bringt eine Gewichts- und Volumenreduktion der Rundholzsortimente mit sich. Das Holz trocknet schneller aus, beim Transport wird somit bei gleicher Holzmenge weniger Gewicht transportiert, die Kraftstoffeinsparungen kommen der Umwelt und dem Geldbeutel zu Gute.

Die energetische Nutzung von entrindeten Sortimenten erfolgt effizienter als die Verbrennung von Holz mit Rinde, somit können geringere Feinstaubemissionen und weniger Ascheanfall an Heizanlagen erreicht werden.

Europaweit sind bereits mehr als 40 Debarking Heads im Einsatz. Waldbesitzer können für das Entrinden zur Borkenkäferbekämpfung Fördermittel beantragen, die die Mehrkosten ausgleichen.

Vorführende:

Office National des Forêts 

Kontakt: Erwin ULRICH erwin.ulrich@onf.fr

 

Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e.V. (KWF), Kontakt: Andrea Hauck

 

Fakultät Wald und Forstwirtschaft der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT)

Kontakt: Prof. Dr. Stefan Wittkopf

3.8

Einsatzspektrum Rückepferde:

Möglichkeiten und Grenzen für einen effizienten, pfleglichen und zeitgemäßen Einsatz von Rückepferden in der teilmechanisierten Holzernte

Institution:

Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg und Rossnatour

Erläuterung 1:

Die Definition eines effizienten, pfleglichen und zeitgemäßen Einsatzspektrums für den Einsatz von Rückepferden in der teilmechanisierten Holzernte kann die Akzeptanz des Rückepferdes in der professionellen Waldarbeit erhöhen. Es soll aber auch klare Grenzen der Leistungsfähigkeit von Rückepferden allgemein und gegenüber anderen Bringungssystemen, wie z.B. der Vorrückeraupe aufzeigen.

Erläuterung 2:

In der teilmechanisierten (Erst-)Durchforstung verbleibt bei einer Feinerschließung mit 40m-Rückegassenabständen ein nicht kranerreichbarer Mittelblock, der motormanuell bearbeitet werden muss. Die entgegen der Vorrückerichtung angelehnten Bäume werden seilunterstützt, z.B. mit einem Pferd oder einer Vorrückeraupe, an die Rückegasse vorgerückt und dort mechanisiert aufgearbeitet.

Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg stellt auf der Fachexkursion die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Untersuchung zur Produktivität und Pfleglichkeit des Vorrückens mit Pferd und Raupe vor. Das im Holzrücken mit dem Pferd erfahrene Unternehmen Rossnatour wird den Pferdeeinsatz in der teilmechanisierten Holzernte mit praktischen Vorführungen veranschaulichen.

3.9

Praxisversuche zur forsttechn. Befahrbarkeit des Feinerschießungssystems bei der Holzrückung

Institution:

Landesbetrieb Forst Brandenburg
SB Technik, Wegebau, Arbeitsverfahren

Der Landesbetrieb Forst Brandenburg (LFB) erfüllt nach dem Landeswaldgesetz zugewiesene forstbehördliche Aufgaben und bewirtschaftet den Wald im Eigentum des Landes Brandenburg. Weitere Aufgaben sind Waldbesitzer zur Waldbewirtschaftung zu beraten und die Aufgaben des Waldschutzes sowie der Waldbrandüberwachung für den Gesamtwald zu erfüllen. Der LFB hat somit ein sehr spezielles Aufgabenportfolio im Bereich  Wald und Forstwirtschaft.

In Wahrnehmung dieser Aufgaben unterhält der LFB eigene Technik und bildet Forstwirte und Geprüfte Forstmaschinenführer aus.

http://forst.brandenburg.de

Erläuterung 1:

Die gewünschte Effizienzsteigerung bei der Holzernte geht oft mit erhöhten Nutzlasten und Fahrzeugmassen einher. Diese Entwicklung erfordert eine fortlaufende Bewertung des Maschineneinsatzes und angemessene Berücksichtigung des vorsorgenden Bodenschutzes. Ein vorrangiges Ziel ist es dabei, die Befahrbarkeit des Feinerschließungssystems dauerhaft zu erhalten und nachteilige Auswirkungen auf den angrenzenden Bestand zu vermeiden.

In Brandenburg sind mehr als 130.000 ha aufgrund der Bodenbeschaffenheit nur eingeschränkt bis kaum befahrbar. In diesem Standortsbereich wurde die Befahrbarkeit des unbefestigten Feinerschließungssystems mit konventionellen Rückemaschinen untersucht. Ganz bewusst erfolgten dabei die Versuche bei besonders ungünstigen Witterungsverhältnissen, d.h. im Spätwinter mit Bodenwassergehalten nahe der Feldkapazität.

  • a) Ein Vergleich unterschiedlicher Bereifungsvarianten auf einem 6-Rad-Forwarder

Technische Innovationen zur Verringerung des Kontaktflächendrucks, wie etwa neue Tragbänder oder eine breitere Bereifung, erweitern das Einsatzspektrum schwerer Forstmaschinen auf befahrungsempfindlichen Standorten.
Unter diesem Gesichtspunkt wurden Praxisversuche durchgeführt, um die Einsatzfähigkeit von Superbreitreifen mit einer Reifenbreite von 940 mm (Firestone 54×37.00-25) zu beurteilen und den Standardreifen (Reifenbreite: 710 mm, Trelleborg 710/42-26.5 LS-2) mit und ohne zusätzlichen Tragbändern (Clark Tracks Terra-X TXL 150) gegenüberzustellen. Es wurden zwei befahrungssensible Gleystandorte geprüft, wobei Versuche mit einem 6-rädrigen Rückezug mit einer Nutzlast von 9 t (HSM 208 F 6WD) im Wald und auf angrenzenden Grünlandstandorten durchgeführt wurden.

Erläuterung 2:

  • b) Ein Vergleich bauähnlicher Forwarder in 6-Rad- und 8-Rad-Ausführung

8-Rad-Forwarder gelten aufgrund der größeren Radaufstandsfläche gegenüber 6-Rad-Maschinen als bodenschonendere Alternative zum Holzrücken. Demgegenüber stehen jedoch häufig höhere Maschinenmassen sowie Anschaffungskosten.        
Beim Vergleich von zwei bauähnlichen Forwardern HSM 208 F mit 6 bzw. 8 Rädern lag der Fokus der Untersuchungen auf der nachhaltigen Nutzbarkeit der Rückegassen sowie auf unterschiedlichen Nutzlast-Szenarien (Halblast, Volllast). Zusätzlich erfolgten Versuche zum Traktionsverhalten der beiden Maschinen beim Einsatz in einer definierten Hangsituation.

  • c) / d) Vorstellung der wissenschaftlichen Methoden und der Ergebnisse der Befahrungsversuche zur forsttechnischen Befahrbarkeit

Im Mittelpunkt der Untersuchungsmethodik steht die Quantifizierung der Oberflächenverformung, d.h. der Spureintiefung, mittels Nahbereichs-Photogrammetrie. Die hochauflösende Abbildung der Fahrspuren als 3D-Modelle wird durch einen portablen Hilfsrahmen, der über die Spurbreite einer Rückegasse installiert wird, gewährleistet. Ergänzend können Abschnitte von Rückegassen mit einer Länge von bis zu 50 m mit Hilfe eines Quadrokopters photogrammetrisch vermessen und anschließend bezüglich der Heterogenität der Rückegasse ausgewertet werden. Für die variantenbezogene Ergebnisinterpretation sind zusätzliche detaillierte und aktuelle Zustandsinformationen zum Boden notwendig. So wurden neben der Trockenrohdichte auch Parameter zum Wasser- und Lufthaushalt in verschiedenen Tiefenstufen des Mineralbodens ermittelt sowie die Scherfestigkeit und der Eindringwiderstand gemessen.

3.10

Rostocker Horizontalseilkranverfahren

Institution:

Stadtforstamt Rostock

Fa. Baumpflege Wurzelwerk

Michael Mussong

Erläuterung:

Rostocker Horizontalseilkranverfahren

(Einschlag, Aufarbeitung und Bringung von Einzelabschnitten oder Rauhbeigen (< 1t Lastgröße) auf nicht zu befahrenden, ebenen Standorten mit Kurzstreckenseilkran und funkgesteuerten Laufwagen (SLW Flying Horse)

 

Problematik     

Die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit u.a. durch eine minimierte Befahrung der Produktionsflächen ist heute eine zentrale Forderung nachhaltiger Waldwirtschaft. Aktuelle bodengestützte Holzernteverfahren auf befahrbaren Lagen sind idR. auf Feinerschließungssysteme mit Gassenabständen von 20 bis 40 m angewiesen. Auf ebenen oder nur gering geneigten Standorten die periodisch oder dauerhaft nicht befahrbar sind oder entsprechend der Zielsetzung des Eigentümers nicht befahren werden sollen, stehen Horizontalseilkräne zur Verfügung. Während Mittel- und Langstreckenseilkräne aufgrund der hohen Kosten und oft geringer Erlöse der zu erntenden Sortimente idR. ausscheiden, sind vorhandene und relativ kostengünstige Kurzstreckenseilkräne mit Reichweiten von 100-200 m nur für Arbeiten in Hanglagen konzipiert. Ihr Einsatz ist zwar auch in ebenen Lagen möglich. Da aber das Beizugseil manuell zur Anhängelast gezogen werden muss, sind die Arbeiten in größerer Entfernung zur Maschine (> 80 m) und mit seitlichen Beizugentfernungen > 10 m ergonomisch nicht zumutbar.

 

Verfahren/Maschine/Gerät:    

Das vorgestellte Verfahren basiert auf einem herkömmlichen, für Hanglagen entwickelten Kurz-streckenseilkran (Forstschlepper mit Winde und modularen KSK 3 (Fa. Ritter)). Für die Arbeit in ebenen Lagen wurde ein funkgesteuerter Laufwagen (SLW Flying Horse) entwickelt, der hydraulisch gebremst werden kann und einen aktiven Seilauswurf besitzt. Damit ist der Arbeiter vom Ausziehen des Beizugseils weitgehend ergonomisch entlastet. Bei Trassenlängen von 100-150 m sind entsprechende Rückegassenabstände von 200-300 m realisierbar. Je Seiltrasse können Flächengrößen von 0,6-1 ha bearbeitet werden, sodass sich die Rüstzeiten auf relativ hohe Entnahmemasse verteilen bzw. auch moderate Eingriffe (z.B. Kalamitätsnutzungen) noch relativ kostengünstig umsetzen lassen. Durch den arretierbaren Laufwagen können individuelle Beizugwin-kel realisiert werden, was eine vereinfachte Schlagord-nung erlaubt und Bestandesschäden reduziert. Lastgrößen bis 1 t sind möglich (Optimalbereich 0,2-0,5 fm). Einschlag und Aufarbeitung erfolgt mit der Motorsäge. Bei Aus-haltung von Abschnitten oder vorkonzentrierten Rauh-beigen erfolgt der Transport über der Seiltrasse ganz ohne oder mit nur geringem Bodenkontakt, sodass Ver-wundungen der Humusschicht und der Bodenvegetation weitgehend vermieden werden. Da zudem die Trassenbreiten relativ gering gehalten werden können, sind die Eingriffe schon bald nach Beendigung für Waldbesucher kaum noch erkennbar. Vollbaum- oder Rohschaftnutzung ist prinzipiell möglich, wobei aber höhere Ansprüche an die Schlagordnung gestellt werden und stärkere Bodenverwundungen durch über den Zopf geschleifte Sortimente zu erwarten sind.

Institutionen:

Hanse- und Universitätsstadt Rostock, Stadtforstamt Rostock:

Am 25. März 1252 erwarb die Hansestadt Rostock von Fürst Borwin das Waldgebiet der Rostocker Heide. Die in der Kaufurkunde verzeichneten Grenzen sind bis heute fast unverändert. Mit rund 6.000 Hektar Waldbesitz ist Rostock der größte kommunale Waldbesitzer in Mecklenburg-Vorpommern und zählt zu den fünf waldreichsten Kommunen in Deutschland. Seit dem Jahr 2000 ist der Forstbetrieb FSC zertifiziert. Charakteristisch sind artennreiche Laub- und Mischwälder, die im Verbund mit anmoorigen Standorten, Söllen und Waldwiesen ein klein strukturiertes Mosaik bilden. Basenarme Bodenverhältnisse mit oberflächennahen Wassersständen sind prägend. Etwa 2/3 der Waldfläche ist nicht ganzjährig mit Forstmaschinen befahrbar.

Die Fa. Baumpflege Wurzelwerk

wurde 2017 von Maik Schmidt gegründet und hat ihren Sitz in Kloster Wulfshagen, Mecklenburg-Vorpommern. Der Schwerpunkt der Firma liegt in der Durchführung von Baumpflegemaßnahmen sowie Fällungen mittels Seilklettertechnik und Hubsteiger. Die Ausführung nachfolgender Arbeiten wie das Wurzelstockfräsen und das Häckseln erweitert das Dienstleistungsspektrum. Aufgrund der vorhandenen Qualifikation als Land- und Baumaschinenmechaniker werden die Wartungs- und Reparaturarbeiten selbst durchgeführt sowie eigene forsttechnische Entwicklungen vorangetrieben. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Optimierung von Flachlandseilkränen zur boden- und umweltschonenden Holzernte.

Michael Mussong

Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Mussong ist Forstwissenschaftler und berät im In- und Ausland Projekte der multifunktionalen Waldnutzung und des Ressourcenschutzes. Neben der Beratung von Technologie- und Infrastrukturvorhaben liegt ein Schwerpunkt auf der Entwicklung naturnaher Waldbaukonzepte für tropische und temperierte Wälder im asiatisch-pazifischen Raum.

3.11

Datenübertragung Büro – Harvester – Forwarder – Büro

Institution:

Landesbetrieb Forst Brandenburg
SB Technik, Wegebau, Arbeitsverfahren

Der Landesbetrieb Forst Brandenburg (LFB) erfüllt nach dem Landeswaldgesetz zugewiesene forstbehördliche Aufgaben und bewirtschaftet den Wald im Eigentum des Landes Brandenburg. Weitere Aufgaben sind Waldbesitzer zur Waldbewirtschaftung zu beraten und die Aufgaben des Waldschutzes sowie der Waldbrandüberwachung für den Gesamtwald zu erfüllen. Der LFB hat somit ein sehr spezielles Aufgabenportfolio im Bereich  Wald und Forstwirtschaft.

In Wahrnehmung dieser Aufgaben unterhält der LFB eigene Technik und bildet Forstwirte und Geprüfte Forstmaschinenführer aus.

http://forst.brandenburg.de

Abbildungen

Abbildung 1: Jeder Punkt verortet ein Käfernest

Abbildung 2: Der Forwarderfahrer weiß genau, in welcher Gasse welche Sortimente in welcher Menge liegen

Erläuterung:

Moderne Forsttechnik kann Daten empfangen, erheben, verarbeiten und versenden. Diese Datenkommunikation stellt eines der erfolgversprechendsten Rationalisierungspotentiale im Bereich der Holzernte dar. Mit der Verfügbarkeit von verschiedensten Apps und den sich rasant entwickelnden Möglichkeiten des Smartphones ist es möglich, sich Arbeitserleichterungen auch abseits der großen Forstbetriebssysteme zu schaffen. Insbesondere in Kalamitätszeiten mit ihrer enormen Dynamik schafft schnelle, einfache Kommunikation erhebliche Vorteile. Ständige Aktualisierung der Arbeitsaufträge, sofortige Verortung neuer Schadflächen und Weiterleitung zum Dienstleister, Kommunikation zwischen Harvester und Forwarder und schnelle Datenübertragung von Polterdaten und Gassenanlagen zum Auftraggeber helfen insbesondere in diesen angespannten Zeiten. Natürlich sind Komponenten aus dieser Kette auch im „regulären“ Betrieb nutzbar.

Abseits der Problemstellungen des Dateneigentums und der Vergütung stellt der Landesbetrieb Forst Brandenburg eine solche Datenübertagungskette vor, die sich als Insellösung in den südbrandenburgischen Kalamitätsgebieten als sehr hilfreich erwiesen hat.

3.13

Von der digitalen Forsteinrichtung zum präzisen Gassenaufschluss mit dem Harvester

Institution:

Center-Forst GmbH in Kooperation mit Komatsu Forest GmbH

Erläuterung 1:

Effizienter Einsatz digitaler Werkzeuge von der Planung, der Forsteinrichtung bis hin zur präzisen und automatisierten Anlage von Rückegassen mit dem Harvester

Digitale Karten

  • Was sind genau digitale Karten?
  • Wo bekomme ich Sie?
  • Was kann ich damit machen?

Die Planung

  • Welche Grundlagen sind für eine Planung notwendig
  • Forsteinrichtungsdaten
  • Digitales Geländemodell

Erläuterung 2:

  • Die Umsetzung
  • Wie funktioniert das im Feld?
  • Was muss ich im Bestand vorbereiten?

Das Ergebnis

  • Wie sieht das Ergebnis aus?
  • Was kostet mich das Ganze?
  • Vergleich zu konventioneller Arbeit?
  • Produktionsdaten

Exkursionsthema 4

Sonderthemen

4.1

Forstlicher Innovationsstandort Thüringen

Institution:

ThüringenForst & FH Erfurt EF, FFK, Uni Ilmenau

4.1 a – Intelligente Forstwege als ökosystembasierte innovative Walderschließung im Klimawandel

Intelliway

Problematik

  • Ein intaktes Waldwegenetz ist über alle Waldbesitzformen hinweg eine wertschöpfungsrelevante Größe für Produktion und Logistik aller Akteure im Cluster Forst-Holz.
  • Wegeunterhaltung und Instandsetzung stellen nach den Holzerntekosten oft den zweitgrößten Kostenblock eines Forstbetriebes dar.
  • Eine vorrausschauende und intelligente Planung dieser Wegeunterhaltung unter Aspekten der Sparsamkeit und Priorisierung ist entsprechend von hoher ökonomischer, aber auch ökologischer Bedeutung.

Angewandte technische Innovation in der Walderschließung

  • Entwicklung der fachlichen und datentechnischen Standards zu Beschreibung der Wegezustands
  • Erhebung von realen Wegezustand-Daten mit neu entwickelten „Wegelanze“ und „WIS-App“
  • Modellierung der Wegebelastung als Instrument der Belastungsangepassten Wegemanagements
  • Optimierung von GNSS-Positionsdaten und Verknüpfung mit Wegeinformation
  • Erarbeitung von Verfahren des maschinellen Lernens für die Analyse von Sensordaten und Vorhersage des Wegeverschleiß
  • Entwicklung einer Infrastruktur „Digitaler Zwilling Waldwegenetz“

Intelliway

  • Verfahren:

Condition Monitoring:

  • Einsatz einer eigens entwickelten Sensor-Wegemesslanze und WIS-App  zur Erfassung von Schäden.
  • Automatische Erkennung von Wegeschadstufen

Predictive Maintenance:

  • Portal zur Erfassung/Auswertung des Wegezustands und Planung von Wegebaumaßnahmen.
  • Erstellung eines Vorhersagemodells zur Wegebelastung und Prognose voraussichtlicher Verschlechterung der Wege unter Berücksichtigung von Polterdaten, Klimafaktoren, historische Wegeinventurdaten und weiteren Prädiktoren.

4.2

Gasse 3.0: Digitalisierung der Feinerschließung – Projekt Gasse 2.0-3.0

Institution:

Landeszentrum Wald und Landesforstbetrieb Sachsen-Anhalt, Fraunhofer IFF

Erläuterung:

Eine grundlegende Voraussetzung für alle im Wald stattfindenden Arbeiten ist ein den standörtlichen Verhältnissen und den technologischen Anforderungen angepasstes dauerhaftes Erschließungsnetz.

Die Erschließung des Gesamtwaldes mit Abfuhrwegen, Maschinenwegen und einer angepassten Feinerschließung ermöglicht eine sichere und standortgerechte Bewirtschaftung des Waldes. Da Waldböden sensible Systeme mit hoher biologischer, chemischer und physikalischer Komplexität sind, dürfen Waldbestände ausschließlich auf ausgewiesenen Rückegassen befahren werden, denn schon das einmalige Befahren von unversehrtem Waldboden kann zu irreversiblen Schäden führen.

Nicht nur die Planung von Gassensystemen (Gasse2.0) ist aufgrund der hohen Komplexität und vieler Einflussfaktoren, sondern auch die Erfassung der zahlreichen vorhandenen Feinerschließungssysteme und deren dauerhafte Dokumentation ist bislang eine große Herausforderung.

Rückegassen können durch Nicht-Benutzung schwer erkennbar werden, zuwachsen oder gar nach großflächigen Schadereignissen nicht mehr auffindbar sein. Um unnötige Neuanlagen zu vermeiden und Zeit beim Wiederauffinden der Gassen zu sparen, ist eine digitale Dokumentation der Feinerschließung erforderlich. Durch Wechsel von Personal oder Zuständigkeitsbereichen kann das Wissen um das Vorhandensein von Feinerschließungsstrukturen verloren gehen. Im Privatwald dienen Rückegassen oftmals gleichzeitig auch als Eigentumsgrenze. Im kleinparzellierten Privatwald besteht sogar eine noch höhere Gefahr vorhandene Rückegassen nicht zu erkennen oder nicht aufzufinden. Um den Anforderungen verschiedener Zertifizierungssysteme gerecht zu werden, stellt die Dokumentation von Feinerschließungen einen zusätzlichen Aufgabenschwerpunkt für die Waldbesitzer dar. Bisher gab es verschiedene Ansätze Rückegassen dauerhaft zu markieren, zu digitalisieren und in dem forstlichen Arbeitsprozess zu integrieren. Manuelle GPS-Trackingrouten oder einfaches händisches Abzeichnen aus den Luftbildern sollen hier als Beispiele genannt werden. Eine dauerhafte, zweifelsfreie und eindeutige Dokumentation im Gelände ist spätestens im Kalamitätsfall zwingend erforderlich. Zur Erleichterung des forstlichen Alltags, setzt das Projekt Gasse3.0 genau hier an.

Am Exkursionspunkt werden Neuentwicklungen und Erweiterungen der Produktfamilie Gasse2.0/3.0 im Kontext betriebspraktischer Anwendungen vorgestellt:

1. Gasse 2.0 – zeigt anhand von Beispielen betrieblicher Einsatzbereiche die Planung von Feinerschließungen

a) Planungshilfsmittel zur Entscheidungsunterstützung und Variantenvorstellung von verschiedenen Lösungen inklusive Bewertung

    • Berechnung richtungs- und technikabhängiger Höhenhindernisse auf Basis des digitalen Geländemodells
    • Erzeugung von Gassennetzvarianten mit mathematischen Optimierungsalgorithmen unter Einbeziehung betriebsspezifischer Einstellungen
    • Ermittlung und vergleichende Auswertung ökonomischer und ökologischer Effekte

b) Ergebnis ist die Darstellung eines digitalen Gassennetzes

    • für den Maschineneinsatz (digitale Prozesskette)
    • zur digitalen Fortschreibung der Waldentwicklung / Forsteinrichtung
    • Planungsgrundlage für die Wegeunterhaltung uvm.

2. Gasse 3.0 – Feinerschließungen erkennen und kartieren, demonstriert:

a. Neuentwicklungen für die digitale Ermittlung, Verifizierung und anschließende forstliche Kartierung bereits bestehender Erschließungsstrukturen.

b. Verfahren der Bildverarbeitung und KI ermitteln basierend auf verfügbaren digitalen Basisdaten wie Geländemodellen, Orthofotos und LiDAR-Daten Linienstrukturen

c. Interaktiver und teilautomatisierter Prozess zur Strukturermittlung

d. Dokumentation der digitalen Gassensysteme, Übernahme in betriebliche Arbeitsabläufe und regelkonforme Darstellung für Zertifizierungssysteme

Beteiligte Projektpartner:

Im Rahmen des Projektes „Gasse 3.0: Digitale algorithmenbasierte Analyse und Bewertung der Walderschließung als Beitrag zur strategischen und operativen ressourcenschonenden betrieblichen Planung“ entwickelt das Fraunhofer IFF gemeinsam mit den assoziierten Praxispartnern Landeszentrum Wald Sachsen-Anhalt, Landesforstbetrieb Sachsen-Anhalt, Landwirtschaftskammer Niedersachsen und dem Geschäftsbereich Bundesforst der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben innovative Lösungen für die betriebliche Praxis.

Das Projekt Gasse3.0 wird aus dem Innovationsfonds Forschung für Innovationen in der Agrarwirtschaft der Landwirtschaftlichen Rentenbank (LR) gefördert.

4.3

Einsatz von Exoskeletten bei forstbetrieblichen Arbeiten

Institution:

GEFFA in Zusammenarbeit mit der Georg-August-Universität Göttingen, Fakultät für Forstwissenschaften

Erläuterung:

Verschiedene Untersuchungen belegen das Risiko hoher physischer Belastungen sowie Folgeschäden am Bewegungs- und Stützapparat von Forstwirten durch forstbetriebliche Tätigkeiten[1]. Beispielsweise wurde bereits festgestellt, dass insbesondere Schäden am Rücken zur Frühinvalidität bei Forstarbeitern führen[2]. Darüber hinaus zeigte eine Befragung, dass bereits 13 % der unter 20-jährigen Forstwirte unter Rückenschmerzen litten[3]. Aber auch andere Gelenke und Sehnen sind regelmäßig von akuten oder chronischen Erkrankungen betroffen, darunter Knie, Schultern und Nacken, wie eine Erhebung unter Krankenversicherern ergab[4]. Aus diesem Grund werden forstbetriebliche Tätigkeiten laufend mit Blick auf die Ergonomie hinterfragt und verbessert. Nichtsdestotrotz sind einige der Tätigkeiten, die von Forstwirten ausgeführt werden, aufgrund monotoner Bewegungsabläufe und statischer Bück- und Haltepositionen, körperlich anstrengend, was zu hohen Ausfallzeiten bis hin zu Absentismus führen kann.

Vielversprechende Ergebnisse bezüglich der Belastungsreduktion bei körperlich arbeitenden Menschen haben sich durch die Anwendung von Exoskeletten ergeben. Diese können bereits durch eine Kombination aus rigider Stützstruktur und flexiblen Gummizügen, auch als passive Exoskelette bezeichnet, einzelne Bewegungen und Haltepositionen des Menschen unterstützen und somit Belastungen reduzieren[5]. Da insbesondere die Pflanzverfahren durch gleichförmige Bewegungsabläufe gekennzeichnet sind, lassen sich passive Exoskelette hierfür potenziell sinnvoll einsetzen. Erste Erfahrungen und Ergebnisse zum Einsatz passiver Exoskelette bei dieser und weiteren forstbetrieblichen Arbeiten hat die Abteilung Arbeitswissenschaft und Verfahrenstechnologie der Universität Göttingen in mehreren, durch die GEFFA-Stiftung unterstützten Untersuchungen gesammelt.

Im Rahmen des Exkursionspunktes sollen diese Erkenntnisse zum Einsatz passiver Exoskelette bei der Reichhöhenästung, bei der Hohlspatenpflanzung und beim Harzer Pflanzverfahren sowie der motormanuellen Baumfällung hinsichtlich ihres möglichen Beitrags zur Entlastung von Forstwirten vorgestellt werden. Darüber hinaus können unterschiedliche Exoskelette von den Besuchern anprobiert und getestet werden sowie weitere Anwendungsmöglichkeiten bei forstlichen Tätigkeiten diskutiert werden.

Unternehmensportraits

Die GEFFA

(Gesellschaft für forstliche Arbeitswissenschaft e.V.) ist ein gemeinnütziger Verein mit dem Zweck, die forstliche Arbeitslehre zu fördern.

Dieses erfolgt durch:

  • Erteilung von Forschungs- und Arbeitsaufträgen auf dem Gebiet der forstlichen Arbeitswissenschaft, der Waldarbeit und Forsttechnik, Förderung arbeitswissenschaftlicher Veranstaltungen,
  • Gewährung von Druckbeihilfen und Übersetzungskosten bei einschlägigen Veröffentlichungen,
  • Dotierung von Preisausschreiben für Arbeiten und Vorschläge aus den Gebieten Waldarbeit und Forsttechnik.

Zudem vergibt die GEFFA alle vier Jahre anlässlich der KWF-Tagung den Strehlke-Preis an eine Persönlichkeit, die sich um die Humanisierung der Waldarbeit besonders verdient gemacht hat.

Die Universität Göttingen,

gegründet 1737, versteht sich als international bedeutende Forschungsuniversität mit Schwerpunkten in der forschungsbasierten Lehre. Sie zeichnet sich aus durch die Vielfalt ihrer Fächer insbesondere in den Geisteswissenschaften, durch die exzellente Ausstattung in den Naturwissenschaften sowie die herausragende Qualität ihrer Forschung in den profilgebenden Bereichen. In den Jahren 2007 bis 2012 wurde die Georg-August-Universität mit ihrem Zukunftskonzept »Göttingen. Tradition – Innovation – Autonomie« in der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder gefördert. Inzwischen sind alle Maßnahmen dieses Konzepts umgesetzt. Die Universität verfolgt die erfolgreich etablierten Instrumente über 2012 hinaus weiter, um die positive Entwicklung der Hochschule in Forschung und Lehre voranzutreiben.

Die Abteilung Arbeitswissenschaft und Verfahrenstechnologie an der Universität Göttingen befasst sich in Forschung und universitärer Lehre mit Arbeitssystemen und Arbeitsprozessen zur nachhaltigen Bewirtschaftung des Ökosystems Wald. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf Verfahrensanalyse und -verbesserung durch innovativem Technikeinsatz, um die Arbeit im Wald ergonomisch, sicher und wirtschaftlich zu gestalten. Darüber hinaus geht es darum, ressourceneffiziente sowie sozial- und umweltschonende Systeme und Prozesse zu entwickeln. Die so gestalteten Arbeitssysteme sind Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung von Landnutzungs- und Forstentwicklungszielen.

Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Forstwissenschaften
und Waldökologie
Burckhardt-Institut

Abteilung Arbeitswissenschaft und Verfahrenstechnologie
Prof. Dr. Dirk Jaeger
foresteng@uni-goettingen.de

[1] Böltz, K. (1988): Entwicklung der psycho-physische Belastung und Beanspruchung als Folge der Mechanisierung Teilautomatisierung der Holzernte. Dissertation, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Forstwissenschaftliche Fakultät, Freiburg im Breisgau.
Gröger, V., Lewark, S. (2002): Der arbeitende Mensch im Wald – eine ständige Herausforderung für die Arbeitswissenschaft. Dortmund, Berlin, Dresden: Wirtschaftsverlag NW.
Stampfer, K., Piechl, S., Stampfer, E., Trzesniowski, A. (1997). Belastungen und Beanspruchungen bei der Holzernte im Gebirge: 7.

[2] Lewark, S., Härle, P. R. (1991): Das Ausscheiden von Waldarbeitern. Allgemeine Forstzeitschrift 46 (9): 470-473

[3] Rudolph, S. (2013): „Fit im Forst“ – Eine bewegungsbezogene Intervention für Forstwirte. Universitätsverlag Göttingen 2013, Göttingen. ISBN: 978-3-86395-104-7

[4] Liebers, F.; Brendler, C.; Latza, U. (2016): Berufsspezifisches Risiko für das Auftreten von Arbeitsunfähigkeit durch Muskel-Skelett-Erkrankungen und Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems – Bestimmung von Berufen mit hoher Relevanz für die Prävention. Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Dortmund; Berlin; Dresden. ISBN: 978-3-88261-165-6

[5] Bär M, Steinhilber B, Rieger MA and Luger T (2021) The influence of using exoskeletons during occupational tasks on acutephysical stress and strain compared to no exoskeleton—A systematic review and meta-analysis. Applied Ergonomics 94, 103385.

4.5

Holzernte- sowie Wegebauverfahren unter Einbezug der Wasserrückhaltung

Institution:

HessenForst Technik

Erläuterung 1:

Ausgelöst durch klimatische Veränderungen zeigen die letzten Jahre, dass der Wechsel von Dürre und Starkregen zu erheblichen Schäden an Bestandes- und Basiserschließung führen kann. Anpassungsmaßnahmen werden daher für die Rückhaltung und gezielte Lenkung von Niederschlagswasser wichtiger. Lineare Strukturen wie Waldwege und Arbeitsgassen sind daher als Ort der gezielten Lenkung und Rückhaltung optimal. Gezeigt werden Maßnahmen des Wegebaus sowie der Holzernte zur Vorbeugung von entwässernden Effekten von Erschließungslinien und Förderung von Wasserrückhalt auf der Bestandesfläche sowie in unmittelbarer Nähe zum Waldweg. Von Seiten des Wegebaus wird die Anlage von Versickerungsmulden und den Einbau von Durchlassrohren in den Fokus genommen. Maßnahmen in Bezug auf das Feinerschließungssystem sind den Kategorie Technik und Organisation gewidmet.

Erläuterung 2:

 Hier zählen bespielhaft die Anlage von Abschlägen am Gassenrand, die Nutzung unterschiedlicher Bänder und das getrennte Rücken. Im Live-Betrieb soll hier entsprechende Baggertechnik gezeigt werden. Holzerntetechnik (z.B. Forwarder) ist ebenfalls zur Befahrung der Gassen zumindest im Vorhinein eingeplant um hier entsprechende Bodenverwundungen bzw. Befahrungsschäden aufzuzeigen. Untermauert werden beide Aspekte mit Plakatpräsentationen und einer wissenschaftlichen Begleitung.

Weiterhin soll über das gesamte Exkursionsgeländer auf mögliche Maßnahmen des Wegebaus im Sinne einer Wasserrückhaltung hingewiesen werden. Dies wird in Form von Plakaten oder Schildern umgesetzt werden, die über einen QR-Code verfügen, der wiederrum auf Videos oder textliche Erklärungen einer möglichen Maßnahme aufmerksam machen soll.

4.6

Klettersitz als Steuerungsinstrument der Wiederbewaldung

Institution:

HessenForst
Forstamt Frankenberg-Vöhl

Erläuterung folgt:

4.7

Sprengtechnik in der Forstwirtschaft

Institution:

THW Bundesschule

Erläuterung 1:

Während das Sprengen noch vor 30 bis 40 Jahren keine Seltenheit in der Forstwirtschaft war, kommen Sprengungen im Wald mittlerweile kaum noch vor. Dabei bietet gerade die Sprengtechnik viele interessante Anwendungsmöglichkeiten in der Forstwirtschaft sowie im Natur- und Umweltschutz. Im Rahmen der KWF-Tagung 2024 sollen das Anlegen von Biotopen und das Sichern von Habitatbäumen vorgestellt werden. Auch ist das Sprengen von Sturmholz bzw. geschädigten Bäumen in Steilhängen durchaus als Alternative zu Arbeiten mit der Motorsäge zu sehen. Alle hier genannten Sprengverfahren können durch die Fachgruppen Sprengen des Technischen Hilfswerks sowohl im Rahmen von Ausbildungsmaßnahmen wie auch Einsätzen durchgeführt werden.

Anlage von Feuchtbiotopen mittels Sprengtechnik

Zur Herstellung von Feuchtbiotopen ist so gut wie immer der Einsatz von Maschinen nötig. Das ausgehobene Erdreich muss abtransportiert und die Flächen, auf denen gearbeitet wurde, müssen renaturiert werden. Der Einsatz von Sprengstoffen bietet hier eine kostengünstige und effektive Alternative.

Zum Erstellen von Biotopen werden Sprenglöcher in das Erdreich eingebracht, ggf. gegen Zusammenbrechen gesichert und mit Sprengstoff geladen. Durch eine unterschiedlich tiefe Ladungsanbringung können in den zukünftigen Biotopen Tief- und Flachwasserzonen herausgearbeitet werden, je nach Bedarf der Lebewesen, die sich hier ansiedeln sollen. Ein gern gesehener Nebeneffekt ist die Bodenverdichtung unter dem Biotop, wodurch häufig auf künstliche Abdichtmaßnahmen wie Lehmauflagen o.ä. verzichtet werden kann.

Abbildungen

Abbildung 1 und 2: Anlage einer Gewässerfläche in der Nähe von Hünxe, einmal vor der Sprengung und zum zweiten wenige Tage nach der Sprengung. Wie man erkennen kann hat sich das durch die Sprengung entstandene Loch bereits zum Teil mit Wasser gefüllt.

Abbildung 3: Buche nach der Sprengung der Krone.

Erläuterung 2:

Fällung von geschädigten Bäumen und Erhalt von Habitatbäumen mittels Sprengtechnik

Eine weitere Anwendung der Sprengtechnik ist der Erhalt von Habitatbäumen bzw. das Fällen geschädigter Bäume. Die Sprengtechnik wird von verschiedenen Forstbetrieben und auch vom Naturschutzbund Deutschland gerne genutzt, um Habitatbäume zu erhalten. Durch das hohe Gewicht der Baumkronen, gerade bei Laubbäumen, brechen die abgestorbenen Bäume am Boden ab und werden von Tieren nicht mehr im gewünschten Umfang als Lebensräume angenommen. Um das Abbrechen zu verhindern und somit die Standzeiten des Totholzes zu verlängern, wird die Baumkrone abgesprengt, so dass nur noch der Stammtorso stehen bleibt. Gerade im Bereich von Wanderwegen ist dieses Verfahren wegen der teilweise vorhandenen Verkehrssicherungspflicht der Forstbehörden regelmäßig gefragt. Auf der einen Seite werden die Gefahren für die Nutzer von Forstwegen und –straßen minimiert bzw. beseitigt und auf der anderen Seite werden Habitatbäume erhalten und Anschauungsobjekte für den Lebensraum Wald geschaffen.

Auch bei geschädigten Bäumen bietet sich der Einsatz von Sprengstoffen an. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass bei Fällarbeiten Totholz abbricht und den Sägeführer gefährdet. Die Trockenheit im letzten Jahr und das damit verbundene Absterben gerade von Buchen hat aktuell zu vermehrten Anfragen zum Thema „Sprengen von Bäumen“ geführt. Der Vorteil hierbei ist, dass zum Zeitpunkt der Zündung und somit zum Zeitpunkt, an dem der Baum in Bewegung gerät, keine Personen im Gefahrenbereich sind und niemand durch herabstürzendes Totholz gefährdet wird.

4.8

Klimaangepasste Baumartenwahl

Institution:

Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (NW-FVA)

Erläuterung:

Die Trockenheit der Jahre 2018 bis 2020 und ihre verheerenden Auswirkungen auf den Wald haben eindringlich verdeutlicht, wie wichtig es ist bei der anstehenden Wiederbewaldung eine vorausschauende, dem Klimawandel angepasste Baumartenwahl zu treffen.

Doch was nützt die beste Forschung, wenn die Ergebnisse nicht bei den Entscheidungsträgern – den Waldbesitzenden und -bewirtschaftenden – ankommen?

Folglich wurde dem Wissenstransfer im Verbundprojekt „Integrierter Klimaschutzplan Hessen 2025“ eine bedeutende Rolle eingeräumt. Zentrales Element ist die einfache und kostenlose Bereitstellung klimaangepasster Baumartenempfehlungen in Form eines frei zugänglichen Webportals und mobiler Applikationen.

Die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt bietet einen Überblick zum derzeitigen Stand der Forschung zum Thema Waldbau im Klimawandel. Es erwarten Sie eine allgemeine Einführung zu den aktuellen Klimaszenarien, zur Abschätzung der Wasserverfügbarkeit und zur Trockenstressgefährdung der Baumarten. Auf unserem Rundweg erhalten Sie an einem Bodenprofil Einblicke in die Bewertung des Standortes. An zwei nahegelegenen Waldbildern möchten wir Sie mit der an der NW-FVA entwickelten digitalen Entscheidungshilfe vertraut machen und die von uns empfohlenen Waldentwicklungsziele erörtern.

Abschließend präsentieren wir aktuelle Forschungsvorhaben, deren Ergebnisse dem Erkenntnisfortschritt folgend in die Empfehlungen zur klimaangepassten Baumartenwahl einfließen sollen.

Institution:

Die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (NW-FVA) ist eine gemeinsame Forschungseinrichtung und Dienststelle der Länder Hessen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Sie betreibt praxisnahe forstliche Forschung im Wald und berät Waldbesitzende, Forstbetriebe, Verwaltungen und die Politik. Zu den Kernkompetenzen der NW-FVA zählen neben der angewandten Forschung das langfristige Monitoring sowie der Wissenstransfer. Ihre Aufgaben und Produktentwicklungen orientieren sich an den Bedürfnissen der forstlichen Praxis.

Über die Homepage der NW-FVA (www.nw-fva.de) können die Webanwendungen „Waldschutz-Meldeportal“, „Herkunftsempfehlungen“,  „Erntezulassungsregister“, „Baumartenempfehlungen“ sowie „neue Ertragstafeln“ genutzt werden.

Darüber hinaus können über die Homepage u.a. auch die Programme TreeGrOSS, ForestSimulator-BWinPro und der Waldplaner heruntergeladen bzw. der WebBetriebsPlaner als Webanwendung genutzt werden.

zentrale@nw-fva.de

Erläuterung 2:

Unterschiede in den Übungsresultaten regen spannende Diskussionen an, fördern den Erfahrungsaustausch und Dialog.

Ein Video zur Veranschaulichung und Erklärung eines Marteloskops finden Sie über folgenden Link:

4.9

Mit Marteloskopen lehren und lernen

Institution:

European Forest Institute – EFI Bonn;

ANW Deutschland e.V.;

Wald- und Umweltplanung Leonhardt

Erläuterung 1:

Marteloskope sind wie Waldklassenzimmer, in denen auf einem Hektar alle Bäume nummeriert, kartiert und vermessen sind.

Man kann solche Flächen nutzen, um Forstleute und andere Interessengruppen darin zu schulen, wie und in welchem Ausmaß sich unterschiedliche waldbauliche Maßnahmen auf die Biodiversität und andere Ökosystemleistungen des Waldes auswirken können.

Den Teilnehmenden steht eine nutzerfreundliche Tabletsoftware zur Verfügung, die es ihnen ermöglicht, Übungsergebnisse auf der Fläche abzurufen. Sie können auf Knopfdruck zum Beispiel die ökologischen und ökonomischen Konsequenzen ihrer Entscheidungen visualisieren.

Erläuterung 2:

Um diesem Problem zu begegnen, soll das Verfahren der zementgestützten Bodenverfestigung unter Zugabe des Additivs NT BASE® über einen längeren Beobachtungszeitraum getestet werden. Bei der Bauweise werden die für eine Verfestigung üblichen Geräte wie Wasserwagen, Grader, Fräse und Walze eingesetzt.

Ob sich die in Laborversuchen nachgewiesene verlängerte Nutzungsdauer des Wegekörpers auf den forstlichen Wegebau übertragen lässt, soll im Kontext der 18. KWF Tagung 2024 und darüber hinaus untersucht werden. Hier werden insbesondere die potentiellen Einsparungen von Folgekosten und Ressourcen im Fokus stehen.

Dafür wurden im Herbst 2023 unter Leitung von HessenForst Technik sowie der Universität Freiburg drei ineinander übergehende Teststrecken auf dem Exkursionsgelände angelegt.

4.10

Zementgestützte Bodenverfestigung mit dem Zusatzstoff  NT BASE®

Institution:

Universität Freiburg, Professur für Forstliche Verfahrenstechnik in Kooperation mit HessenForst-Technik und der Corent AG

Erläuterung 1:

Die Erschließung des Waldes durch Fahrwege ist Voraussetzung für wirtschaftliche Nutzung und Bereitstellung von vielfältigen Ökosystemdienstleistungen für die Gesellschaft. Traditionelle Bauweise ist die Wassergebundenen Decke. Allerdings müssen bei steigender Belastung und Nutzungsanforderungen immer mehr Kilometer von immer weniger Personal Instand gehalten werden.

Hinzu kommt in vielen Regionen eine spürbare Verknappung an der Ressource Wasser. Aber gerade Wasser ist bei der Instandhaltung solcher Wege zwingend notwendig. Nur unter Zugabe von Wasser kann eine genügend feste Deckschicht entstehen, die nach Aushärtung anfallende Niederschläge zur Seite ableitet, ohne zu erodieren. Anderenfalls entstehen in kürzester Zeit Rinnen und Schlaglöcher.

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Tagungsgelände

Tagungsbüro: +49 (0)6078 – 78530

Adresse: Schwarzenborn/Hessen

Traditionell besteht die KWF-Tagung aus drei Elementen:
der KWF-Expo, der Fachexkursion und dem Kongress.
Die KWF-Expo mit ihren Sonderschauen ist täglich durchgehend von
9.00 bis 18.00 Uhr für Besucher geöffnet.

Die Fachexkursion findet vom 19.-21. Juni 2024 statt.